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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Schaden "nicht erkennbar"
Zwischenüberschrift:
Kastanie war wurzelfaul - Stadt haftet nicht für Schäden
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Schaden " nicht erkennbar"

Kastanie war wurzelfaul - Stadt haftet nicht für Schäden

fhv OSNABRÜCK.
In der Nacht vom 25. zum 26. November 2005 fielen Unmengen Schnee in Norddeutschland. Auch in Osnabrück brachen Stromleitungen, stürzten damals Bäume um. So an der Bergkirche am Westerberg, wo eine Kastanie ein Auto und die Kirchfassade beschädigte. Das sei nicht voraussehbar gewesen, urteilte jetzt das Landgericht und wies damit eine Klage der Kirchengemeinde gegen die Stadt Osnabrück zurück.

Die große Kastanie an der Bergstraße stürzte damals quer über die Straße und riss einen weiteren Baum mit. Ein Auto wurde komplett demoliert, und an der Kirche wurden mehrere Glasfenster eingedrückt. Mit ihrer Klage hatte die Kirchengemeinde von der Stadt Osnabrück Ersatz des von der Versicherung nicht übernommenen Sachschadens von etwa 15600 Euro verlangt.

Denn zu dem Unfall sei es nur gekommen, weil die Stadt die Baumkontrolle nicht sachgerecht ausgeübt habe. Bei richtiger Einschätzung hätte die Kastanie bereits vor dem Unfall entfernt werden müssen, weil sie nicht standsicher gewesen sei, so die Klage.

Die 5. Zivilkammer des Landgerichts Osnabrück hat die Klage nach Einholung eines Sachverständigengutachtens und der Vernehmung des mit der Kontrolle des Baumes beauftragten Mitarbeiters der Stadt Osnabrück abgewiesen. Denn es habe nicht festgestellt werden könne, dass die Stadt ihre Pflicht zur Kontrolle des Straßenbaums verletzte.

Allerdings berichtete der Sachverständige in seinem Gutachten für das Gericht, dass der Baum aufgrund einer Wurzelfäule bei richtiger Einschätzung des Ausmaß der Erkrankung hätte gefällt werden müssen. Es sei aber nicht bewiesen, dass diese Erkrankung bei der Kontrolle des Baumes auch erkennbar gewesen sei.

Zwar hatte der als Zeuge gehörte städtische Mitarbeiter bei der Kontrolle festgestellt, dass das Blattwerk kleiner als normal und bräunlich verfärbt gewesen sei. Er habe dies jedoch darauf zurückgeführt, dass der Baum wie zahlreiche Kastanien im Stadtgebiet von der Kastanien-Miniermotte befallen gewesen sei. Wurzelfäule und die von der Miniermotte verursachten Schäden seien in ihren Auswirkungen ähnlich und darum im Rahmen der Kontrollen nicht erkennbar. Deshalb wurde die Klage abgewiesen. Sobald die Entscheidung (AZ: 5 0 1112/ 06) rechtskräftig ist, kann sie auf der Homepage des Landgerichts www.landgericht-osnabrueck.niedersachsen.de abgerufen werden.

Das Auto Schrott, die Kirchenfenster zersprungen: Eine von der gegenüberliegenden Seite umgestürzte Kastanie verursachte während der Schneekatastrophe vor einem Jahr großen Schaden.

Foto: Archiv, Gert Westdörp
Autor:
fhv


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