User Online: 2 | Timeout: 13:43Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Mäzen schenkt der Stadt einen Brunnen
Zwischenüberschrift:
Im Februar 1907: Die Rettung des Herrenteichswalls durch Senator Haarmann
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Christiana Keller

OSNABRÜCK. Das Wetter beschäftigte die Osnabrücker auch vor 100 Jahren: Die Naturbeobachter meldeten im Laufe des Monats, dass die Lerchen schon wieder von der Reise zurück waren und ihren hellen Gesang über den Wiesen anstimmten. Nach der Monatsmitte war es mit dem Frost vorbei, Schneeglöckchen und Haselsträu-cher blühten, und bei anhaltender Wärme über 15 Grad wurden gegen Ende Februar die ersten Schmetterlinge gesichtet.

Die städtischen Kollegien diskutierten den Theaterneubau auf der Tagesordnung. Das Domkapitel hatte den anfänglichen Widerstand gegen einen Theaterbau am Domhof aufgegeben.

Nun standen Beschlüsse an. Stadtbaurat Lehmann zeigte die Pläne und Zeichnungen, die Architekt Dülfer eingesendet hatte. Der Kostenvoranschlag belief sich mittlerweile auf 690 000 Mark, davon waren 175 000 Spendengelder. Man kam vorläufig zu dem Schluss, dass Professor Dülfers Entwurf " durchaus glücklich gelöst" sei.

Gegenstimmen gab es, weil das Projekt noch immer zu kostspielig war, obwohl der Finanzexperte beteuerte, man könne an diesem Plan keinen Pfennig mehr einsparen.

Senator Haarmann äußerte seine Freude, dass man dem Theaterprojekt so energisch zu Leibe rückte, nun sei das Ziel endlich in Sicht. Er votierte für eine weitere Spendenaktion, damit das neue Theater auch eine ästhetische Fassade bekomme. Gegen Ende der Erörterungen stimmten die Kollegien für den Neubau am Domhof, man wollte zuvor aber alles noch einmal einem externen Gutachter vorlegen.

Die mündliche Abiturprüfung am Gymnasium Carolinum bestanden im Februar 25 Primaner, 10 von ihnen wurde die Prüfung erlassen. Die Matura im Realgymnasium beendeten 9 Prüflinge erfolgreich. Auch das Ratsgymnasium entließ seine Zöglinge, 16 Abiturienten bestanden.

Der Fußballsport hatte vor hundert Jahren noch wenig Bedeutung im Lande. So berichtete das Osnabrücker Tageblatt über ein solch sportliches Ereignis karg zwischen Viehmarktkalender und Vereinsvorträgen in zwei Zeilen. Auf dem Klushügel hatte ein " Wettkampf" zwischen " Cherusker Bielefekr und " Olympia Osnabrück" stattgefunden. Osnabrück siegte 5: 0.

Der Lehrerinnen-Verein veranstaltete in der Turnhalle der Bürgerschule eine Fortbildung zum Thema " Können wir durch den Turnunterricht den Haltungsschäden unserer Schülerinnen entgegenwirken?".

In einer zweiten Kollegiumssitzung deutete sich eine markante Veränderung des Stadtbildes an. Als unschön wurde der bestehende Aufgang zum Herrenteichswall vom Möserplatz aus angesehen. Schon längere Zeit befasste sich der Verschönerungsverein mit diesem Thema. Aber noch immer war nicht klar, was mit dem letzten Stückchen Stadtwall geschehen sollte. Einige Stimmen plädierten weiter für den Abriss der Anlage, obwohl die Denkmalpflege in Hannover bereits dagegen votiert hatte.

Senator l laarmann gehörte zu den Befürwortern des Walls und griff in seiner speziellen diplomatischen Weise in die Diskussion ein. Er stellte den Stadtvätern vor, dass er, wenn man den Wallaufgang mit einer Rampe, einer Treppe und einer Terrasse versehen würde, eine großzügige Stiftung anfügen würde. Er plante an dieser städtebaulich hervorragenden Stelle die Errichtung einer " Zierbrunnenanlage" zur Verschönerung der Stadt.

Einst und jetzt: Diese Postkarte aus dem Jahr 1909 zeigt die Veränderung am Herrenteichswall.

Haarmann hatte sehr genaue Vorstellungen von dem Brunnen, dessen Ausführung ihn etwa 9500 Mark kosten würde. Die künstlerische Gestaltung behielt er sich vor. Alle Pläne lagen bereits vor. Mit dieser großzügigen Schenkung war der Wall für die Zukunft gerettet.
Autor:
Christiana Keller


Anfang der Liste Ende der Liste