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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ein Labyrinth im Zeichen der Fledermaus
Zwischenüberschrift:
Museum Industriekultur plant "Forum Piesberg" als unterirdisches Labyrinth für Schulklassen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSANABRÜCK. Kein Gang sieht aus wie der andere. Einmal ist der Boden schief, ein anderes Mal die Wand und dann die Decke. Das unterirdische Labyrinth mit der ungewöhnlichen Architektur ist der Fledermaus gewidmet. Das " Forum Piesberg" am Haseschacht soll der neue Magnet für das Museum Industriekultur werden.

Vor allem Schulklassen will das Museum mit dem unterirdischen Neubau anziehen. Inhaltlich geht es dabei um den Piesberg, um seine geologischen Besonderheiten und seine Bedeutung für die Industrialisierung in der Region Osnabrück. Aber wie beim Felix-Nussbaum-Haus ist es durchaus gewollt, dass die Architektur mit dem Innenleben in Konkurrenz tritt.

Von oben wird man nur ein paar Betonsegmente erkennen, die aus dem Boden ragen. Dazu einen Fahrstuhlschacht, der an einen Förderturm erinnern soll. Wer das Labyrinth betritt, wird nur an wenigen Stellen natürliches Licht durchschimmern sehen. Dass Besucher mit Platzangst diesen Ort meiden werden, glauben die Verantwortlichen nicht. Gerade dieses " Schaurig-Schöne" fasziniere, heißt es dazu, vor allem Kinder.

Die Pläne sind im Büro

Mal schräg, mal gerade: Kein Ort im unterirdischen Labyrinth soll einem anderen gleichen.

PlanConcept entstanden, gestaltet vom Architekten Werner Hülsmeier und seinen Mitarbeitern Anne Vriel-mann und Holger Diekmann. Beim Pressetermin gestern im Rathaus übergab Museumsleiter Rolf Spilker den Bauantrag an Oberbürgermeister Boris Pistorius. Wenn es nach Spilker geht, soll zumindest der Rohbau für das " Forum Piesberg* bis 2010 fertig sein.

Auf 1, 3 Millionen Euro wird das Vorhaben veranschlagt - ohne die Ausstattung. Die Finanzierung steht allerdings nur zum Teil. Als sichere Basis gilt der Anteil der Sparkasse, die das Museum Industriekultur seit Jahren fördert. " Jetzt denken wir erst einmal darüber nach, wen wir noch begeistern können", kündigte Sparkassen-Vorstand Franz-Josef Hille-brandt gestern an, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des Museums ist. Beim Zeitplan für die Realisierung gelte auf jeden Fall der Grundsatz " Qualität vor Eile".

Schon bei der Eröffnung des Haseschachtgebäudes im Herbst 1994 wurde für das Museum Industriekultur der Anspruchformuliert, " Mensch, Natur und Technik" unter einen Hut zu bringen Nachdem mehrere Bauabschnitte realisiert sind, mit dem begehbaren Hasestollen, dem Magazingebäude als Ausstellungshalle und dem Pferdestall als pädagogischer Werkstatt, ist jetzt die Natur dran.

Von oben wird man nur ein paar Betonsegmente erkennen, die aus dem Boden ragen. Dazu einen Fahrstuhlschacht, der an einen Förderturm erinnern soll. Fotomontage: PlanConcept

Angespornt vom Erfolg der Fledermaus-Ausstellung, will das Museum im neuen " Forum" die Welt der geheimnisvollen Flattertiere präsentieren. Für Gerd Mäscher, den Naturschutzbeauftragten der Stadt Osnabrück, gehören Piesberg und Fledermäuse einfach zusammen. 14 der 18 einheimischen Arten leben auf dem Osnabrücker Hausberg, sie nutzen die alten Stollen aus der Zeit des Kohlebergbaus als Sommer- und Winterquartiere. Das Thema soll mit einem " höheren Anspruch" bearbeitet werden, wie Gerd Mäscher sagt. Zielgruppe sind vor allem Schulklassen.

Zur Naturgeschichte des Piesberges gehört das Bramscher Intrusiv, ein gewaltiger Vulkan, der in fünf Kilometer Tiefe stecken blieb, dessen Druck und Hitze aber die hochwertige Anthrazitkohle entstehen ließen und manche andere Bodenschätze der Osnabrücker Region ebenfalls. Auch diesem Vulkan will sich das Museum widmen, dem Kohlebergbau und dem Steinbruch.

Nach den Plänen von PlanConcept wird das " Piesberger Forum" unterirdisch an das Haseschachtgebäude angeschlossen. Es besteht aus einem zentralen Raum, der von unterschiedlichen Gängen umgeben ist. Im zentralen Forum will das Museum eine Multimedia-Präsentation installieren.

Durch einen unterirdischen Stollen gelangen die Besucher zum Ausgang am tiefer gelegenen Parkplatz. Wer sich traut, darf das letzte Stück auf dem so genannten Arschleder zurücklegen, einem Baumstamm, der als Rutsche dient. Der nicht ganz stubenreine Begriff stammt übrigens aus der Sprache der Bergleute.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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