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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Sägen mit der Kraft des Wassers
Zwischenüberschrift:
Die Nackte Mühle in Haste bildet zukünftige Müller aus
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Sägen mit der Kraft des Wassers

Die Nackte Mühle in Haste bildet zukünftige Müller aus

Wie die historische Gattersäge funktioniert, lernten die Teilnehmer des Lehrgangs für Sägemüller. Ansgar Vennemann zeigte Holger Krähe, Torsten Meuer, Klaus Homola und Sören Schweers (von links), wie die Säge funktioniert Foto: Egmont Seiler

hl OSNABRÜCK.
Ein leicht süßlicher Geruch von Harz und Sägemehl lag in der Luft. Hier in der Nackten Mühle in Haste mischte sich der typische Geruch von feuchtem Herbstwald mit dem öligen Geruch von alten Maschinen und wurde vom rhythmischen Hin und Her der Säge untermalt.

Vor dieser Kulisse ließen sich die Teilnehmer des Lehrgangs für Sägemüller am vergangenen Wochenende zurückversetzen in eine Zeit, als die Säge noch durch Wasserkraft des Flusses Nette angetrieben wurde. Bevor sie den Umgang mit Holz und den alten Maschinen der Sägemühle kennen lernten, stand zunächst Theorie auf dem Programm: die Geschichte einer Sagemühle und der Umgang mit Holz.

Dann ging es an die Praxis. Der gelernte Müller Heinz Görtemöller bearbeitete auf der Werkbank das etwa anderthalb Meter lange Sägeblatt mit der Feile. Er zeigte der Teilnehmern, wie die Zähne geschärft werden müssen, und demonstrierte auch das so genannte Schränken, bei dem die einzelnen Zähne um weniger als einen Millimeter nach rechts und links gebogen werden. " Damit die Späne aus dem Sägeschlitz automatisch herausbefördert werden und die Säge nicht festsitzt", erklärte er. Görtemöller betreibt in Velpe eine Mühle und beschäftigt sich schon sein Leben lang mit der Thematik.

Das wuchtige, mannshohe Sägegatter aus Gusseisen, an dem sich die Führung für das Sägeblatt befindet, lässt erahnen, welche Kräfte die Anlage seit Jahrzehnten aushält. Trotzdem gibt es laut Ansgar Vennemann, dem Sprecher des Arbeitskreises Mühlen imÖsnabrücker Land, kaum Verschleißteile:
" Das Sägeblatt natürlich, ansonsten ist uns einmal ein Lederriemen gerissen, fast alle anderen Holz- und Metallteile sind noch original." Und original bedeutet aus der Zeit um 1900. Das hört sich zunächst nach Mühlenromantik an. Der Historiker Martin Becker, der für den theoretischen Teil zuständig war, verdeutlichte den Besuchern aber: " Als Müller hatte man in der Vergangenheit einen schweren Job. Er musste in den verschiedensten Bereichen viel wissen und können." Das hing hauptsächlich damit zusammen, dass eine Mühle wie auch die Nackte Mühle oft eine Doppelfunktion erfüllte: Mehl mahlen und Holz sägen. Aus den vielen Anforderungen entstand laut Ansgar Vennemann der Gedanke an einen Sägemüllerlehrgang.

" Fast alle Holz- und Metallteile sind noch original"
Ansgar Vennemann, Mühlenspezialist

Eine freiwillige Müllersausbildung wird vom Arbeitskreis Mühlen im Osnabrücker Land angeboten. Mit diesem Kurs sollten aber diejenigen angesprochen werden, die eine Mühle besitzen, aber nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Und das sind gar nicht so wenige, sagte Vennemann. " Früher hatte so gut wie jeder Ortsteil eine Sägemühle, weil es für die Leute einfach zu aufwendig war, die Bäume weit zu transportieren." Auch Technikinteressierte, die keine Mühle besitzen, kamen im Seminar auf ihre Kosten. Sie faszinierte das Zusammenspiel von Holz und Metall, das allein durch Wasserkraft, die immerhin 12 PS leistet, in Gang gesetzt wurde und das rhythmische Hin und Her der Säge erzeugte.

Wie die historische Gattersäge funktioniert, lernten die Teilnehmer des Lehrgangs für Sägemüller. Ansgar Vennemann zeigte Holger Krähe, Torsten Meuer, Klaus Homola und Sören Schweers (von links), wie die Säge funktioniert Foto: Egmont Seiler
Autor:
hl


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