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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Singen wie die Delfine
Zwischenüberschrift:
Vorbild für ein Unterwassermodem
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Singen wie die Delfine

Vorbild für ein Unterwassermodem

Von Anne Reinert

OSNABRÜCK. Die Verständigung unter Wasser hat ihre Tücken. Zumal wenn der Schall in der Tiefe des Ozeans übertragen werden soll. Delfine trotzen auch den widrigsten Umständen. Per Ultraschall können die Meeressäuger trotz der vielen Störungen im Meerüber weite Strecken hinweg Kontakt miteinander aufnehmen.

Schwierigkeiten bei der Schallübertragung unter Wasser gibt es viele. Wenn der Salzgehalt sich ändert, wirkt sich das auf die Schallgeschwindigkeit aus, wenn der Meeresboden oder Hindernisse die Töne zurückwerfen, entstehen Echos. Die Töneüberlagern, verstärken und löschen sich aus. Dazu macht das Rauschen unter Wasser das Hören und Gehörtwerden schwierig.

Für Delfine ist das alles kein Problem. Ihr Trick: Sie singen. " Sie pfeifen, trillern, zwitschern und singen", beschreibt der Berliner Biologe Dr. Rudolf Bannasch, Vorsitzender von Biokon e.V., die Sprache der Delfine. Durch den ständigen Wechsel der Frequenz wird verhindert, dass die Töne sich gegenseitig in die Quere kommen. Delfine können die Signale, die sie von ihren Artgenossen hören, außerdem voneinander trennen.

Diese Perfektionierung geht anscheinend sogar so weit, dass Delfine, jedenfalls die Großen Tümmler, eigene Namen haben. Das haben jedenfalls unlängst amerikanische Forscher bei einem Experiment in Florida herausgefunden. Demnach entwickeln die Tiere schon früh in ihrem Leben einen eigenen Pfeifton, an dem sie sich selbst wiedererkennen.

Jeder Laut, den die Delfine aussenden, wird von Obertönen begleitet. Das ist eine Parallele zu digital erzeugten Signalen, mit denen sich größere Datenmengen übertragen lassen. Dieses Muster brachte Bannasch und seine Kollegen bei der Firma Evologics auf die Idee für ein spezielles Tsunami-Frühwarnsystem. Nach dem Vorbild der Delfine sendet ein von ihnen entwickeltes Modem ständig wechselnde Signale aus. Dadurch können Daten unter Wasser störungsfrei und ohne Kabel in großen Mengen übertragen werden.

" Die Datenübertragung funktioniert auch bei Sturm und bei Rauschen", so Bannasch. Etwa um ein Drittel größer als bei einem ISDN-Modem ist die Menge der gesammelten Daten. Ein Frühwarnsystem mit diesem Modem wäre deutlich effizienter als das amerikanische System, das mit einem Drucksensor arbeitet.

In Sewastopol am Schwarzen Meer haben die Wissenschaftler das Modem bereits unter Wasser getestet. Und das nicht ohne Folgen. Denn die Delfine dort haben auf die Signale reagiert und das Gerät neugierig umringt. Ein Beweis für die Deutlichkeit der Signale.

Patentwerkstatt Natur

Ausstellung

" Inspiration Natur - Patentwerkstatt Bionik", ab Montag, 6. November. Deutsche Bundesstiftung Umwelt, ZUK, An der Bornau 2, 49090 Osnabrück.

Öffnungszeiten: Mo.-Do., 9-17 Uhr, Fr, 9-13 Uhr. Eintritt frei. Infos unter Tel. 0541/ 9633921.

Die Gesänge der Delfine und deren Übertragungswege unter Wasser haben Wissenschaftler als Vorbild für ein Tsunami-Warnsystem genommen.
Autor:
Anne Reinert


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