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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
In der Kirche starben 17 Menschen
Zwischenüberschrift:
Josephskirche an der Miquelstraße - Im Krieg überstürzt eingeweiht
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
In der Kirche starben 17 Menschen

Josephskirche an der Miquelstraße - Im Krieg überstürzt eingeweiht

Von Marie-Luise Braun

OSNABRÜCK. 1911 geplant, wurde der Grundstein der St.-Joseph-Kirche 1913 gelegt. Geweiht wurde die neuromanische Kirche erst 1917, denn viele Bauleute mussten nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges ihr Werkzeug aus der Hand legen und Soldat werden.

Bei der Weihe am 15. Oktober 1917 war der Turm unvollendet, wie es auch auf dem Bild von 1922 zu sehen ist. Zudem fehlten Altar und Bänke. Doch nach und nach wurde die Kirche mithilfe der Gemeindeglieder ausgestattet, die zum Beispiel die Kirchenbänke kostenlos nach Feierabend anfertigten.

Die Weihe erfolgte überstürzt, weil der damalige Bischof Dr. W. Berning verhindern wollte, dass das bis dahin ungenutzte Gotteshaus von der Stadtverwaltung für die " kriegsdienstliche" Nutzung freigegeben wird.

Bei der Weihe gehörte St. Joseph noch zur Muttergemeinde St. Johann. Drei Jahre später erfolgte die Ablösung. Mit dem Wachstum der Stadt wurden später wiederum von der St.-Joseph-Kirche aus vier Kirchen gegründet, zum Beispiel die Antoniuskirche in Voxtrup.

Zeitreise

1925 wurden vier Glocken angeschafft. Sie alle wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Bei einem Luftangriff kamen 17 Personen in der Kirche ums Leben: Die Keller der Kirche dienten als Luftschutzbunker.

Mit dem mechanischen Uhrwerk der Kirchturmuhr, die 1948 eingebaut wurde, unterlief dem damaligen Küster Hermann Westphälinger in den 1970er Jahren ein Missgeschick. Er hatte sich beim Nachstellen der Uhr um eine kleine Umdrehung geirrt, so dass die Glocken statt um 12 Uhr mittags um Mitternacht schlugen.
Eine neue Orgel erhielt die Kirche 1982. 12, 50 Meter hoch und acht Meter breit, füllt sie das nördliche Querschiff. Der Aufbau orientiert sich an barocken Prinzipien. Schnitzereien und Bemalung wurden in Stil und Farbe dem Kirchenraum angepasst.
Entstanden ist die Orgel in der Werkstatt Matthias Kreienbrink. Sie verfügt über 2700 Pfeifen, von denen die längste 5, 35 Meter, die kürzeste 80 Zentimeter misst.
Der Neubau war notwendig, weil sich die Defekte der alten Orgel häuften, die zudem " klanglich wie spieltechnisch unbefriedigend" war, wie die Neue OZ in den 1980er Jahren berichtete. Da die alte Orgel zudem an einem ungünstigen Standort gebaut worden war - sie stand auf der Empore hinter den engen Rundbögen -, wurde für die neue Orgel eine andere Stelle gewählt.
Das zeigte Resultate, denn: Dank ihres " markanten, unsentimentalen und klaren Klangs" spielte Professor Dr. Wolfgang Stockmeier, der an der Kölner Musikhochschule lehrte, 1990 eine CD auf der Orgel ein.

Gesäumt von Bäumen zeigt sich die St.-Joseph Kirche, betrachtet aus der Straße Am Riedenbach.
Foto: Michael Hehmann

Unvollendet war die St.-Joseph-Kirche bei ihrer Weihe im Jahr 1922, wie es auf diesem Bild zu sehen ist. Neben dem Dach des Turms fehlte ein Großteil der Innenausstattung wie Altar und Sitzbänke.Das Bild haben wir dem Band Alt-Osnabrück entnommen, erschienen im Verlag H Th. Wenner.
Autor:
Marie-Luise Braun


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