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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Mühle mit blutiger Geschichte
Zwischenüberschrift:
Wassermühle in Atter
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Mühle mit blutiger Geschichte

Wassermühle in Atter

rei OSNABRÜCK.
Sie sind zwar nicht mehr im Dienst, aber schön anzusehen. In unserer neuen Luftbildserie stellen wir die Mühlen in der Stadt Osnabrück vor. Den Anfang macht die Wassermühle in Atter.

Zusammen mit einem alten Gutshof liegt die Mühle an einem alten Arm der Düte an der Leyer Straße. Das heutige Gebäude wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet. Doch eine Mühle an dem Standort gibt es seit langer Zeit. 1488 wurde eine Mühle an der Düte zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

Osnabrück aus der Luft betrachtet

Ein Jahrhundert später gab der Mühlenstandort Anlass zu einer blutigen Auseinandersetzung. 1549 ließ der Ritter Otto Grothaus an derselben Stelle eine Mühle erbauen. Das allerdings ohne die Erlaubnis des Osnabrücker Bürgermeisters Jost Hettlage, dem nach seiner Heirat mit der Tochter des Bernd von Stuben die Mühle gehörte. Und so ließ der Bürgermeister die Mühle in Atter zweimal zerstören.

Das war der Auslöser für eine Auseinandersetzung, die als " Grothaus-Fehde" in die Annalen eingegangen ist. Zwischen dem Ritter, der vom Grafen von Tecklenburg unterstützt wurde, und der Stadt Osnabrück kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Doch die Stadt selbst anzugreifen, konnte Otto Grothaus nicht wagen. Stattdessen machte er Raubzüge durch die benachbarten Dörfer. Weil das nicht zum Ziel führte, zog er sich nach Lingen zurück.

Nach seinem Tod rächten ihn seine Söhne Kord und Otto Grothaus. Sie nutzten die Unruhen des Spanisch-Niederländischen Krieges und fielen mit spanischen Reiterhorden ins Osnabrücker Land ein. Am 21. März 1591 stellten sich ihnen in der Nähe von Bramsche 800 Bauern aus der Umgebung von Bramsche, Ueffeln und Fürstenau entgegen. Doch die kriegsunkundigen Bauern hatten keine Chance gegen die Reiterhorden. 300 von ihnen starben bei dem " Blutbad im Gehn".

Heute gibt es im Namen der Wassermühle in Atter keine blutigen Fehden mehr. Auf unserem Luftbild ist sie von der Rückseite, dem alten Arm der Düte zugewandt, zu sehen.

Auch dieses Motiv aus unserer Serie " Osnabrück aus der Luft betrachtet" und weitere Luftbilder vom Stadtgebiet sind in den Geschäftsstellen der Neuen OZ in der Großen Straße und am Breiten Gang (Berliner Platz) erhältlich. Eine Aufnahme in der Größe 20x30 cm kostet 12, 50 Euro, ein Abzug im Format 40x60 cm 25 Euro.

Schön anzusehen ist die Wassermühle in Atter. Dass es um sie einst blutige Fehden gab, ist nicht zu erahnen.

Foto: Hermann Pentermann
Autor:
rei


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