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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
"Keine Gefahr durch Tanklager am Hafen"
Zwischenüberschrift:
Explosives Benzin wie in London fehlt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Keine Gefahr durch Tanklager am Hafen"

Explosives Benzin wie in London fehlt

Osnabrück jan
Auch wenn es in Osnabrück zwei größere Tanklager gibt: Eine Katastrophe, wie sie am Sonntag London erschüttert hat, wird es in der Stadt wohl nicht geben. Da sind sich Mitarbeiter der Mineralölbranche mit Experten des Gewerbeaufsichtsamtes einig. Der Grund: Am Hafen lagern ausschließlich Heizöl und Diesel und damit alles andere als hochexplosive Kraftstoffe.

In der britischen Hauptstadt war es eine gefährliche Mischung aus verschiedenen Substanzen (darunter auch leicht entflammbare Benzingase), die das Inferno verursacht hat. Insgesamt hat das Lager in dem Industriegebiet von Hemel Hempstead eine Kapazität von 120 Millionen Litern Treibstoff.

20 Millionen Liter (und damit sechsmal weniger) fassen die elf Öltanks der Firma Beckmann-Öl an der Rheinstraße. Knapp einen Kilometer nordwestlich lagert das Bremerhavener Unternehmens " Pusback und Morgenstern Petrotank" noch einmal 10 Millionen Liter. Die drei Tanks, die bis 1999 der Westfalen AG gehörten, stehen zwischen Fürstenauer Weg und Zweigkanal. In beiden Fällen wird lediglich Heizöl und Dieselkraftstoff gelagert, wie das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt in Osnabrück gestern bestätigte.

Die Prüfungs- und Genehmigungsbehörde ist dafür zuständig, dass die Anlagen in einem sicherheitstechnisch einwandfreien Zustand betrieben werden. Alle fünf Jahre finden daher Kontrollen des Technischen Überwachungs- Vereins (TÜV) statt. Dabei seien aber in erster Linie wasserrechtliche Aspekte interessant, sagte gestern Amtsleiterin Gesche Saathoff-Schiche. Die festen und geschlossenen Tanks würden zum Beispiel auf Lecks untersucht, damit es zu keiner Verunreinigung des Grundwassers kommen könne. Vorgeschrieben sei ein besonders gesicherter Untergrund. Dieselkraftstoff und Heizöl seien schwer brennbar. Da der Flammpunkt bei 55 Grad liege, sei bei normaler Lagerung mit keiner Gefährdung zu rechnen.

Ein Mitarbeiter von " Pusback und Morgenstern Petrotank" wies darauf hin, dass regelmäßig auch die Druckfestigkeit der Tankbehälter kontrolliert werde.

Nach Einschätzung des Gewerbeaufsichtsamtes geht von einer normalen Tankstelle auf Grund der Benzinvorräte eine größere Gefahr aus als von den Anlagen im Osnabrücker Stadtteil Hafen. Tankstellen beziehen Benzin meist direkt von der Raffinerie.

Mit einer Kapazität von insgesamt 30 Millionen Litern sind die Tanklager in der Stadt im bundesweiten Vergleich klein. In Bremen zum Beispiel gibt es Öltanks für rund 460 Millionen Liter Kraftstoffe, in Hünxe am Niederrhein sogar für 868 Millionen Liter.

Für Flüssiggas gibt es seit 1991 in Osnabrück ein unterirdisches Tanklager. (Siehe nebenstehenden Bericht.)

Als das Flüssiggas unter die Erde verbannt wurde

16 Jahre beherrschten sie das Stadtbild zwischen Hansastraße und Elbestraße - die acht 32 Meter hohen Tanks, in denen die Westfalen AG 1000 Tonnen Flüssiggas lagerte. Eine hochexplosive Angelegenheit, und daher kam es schon kurz nach der Inbetriebnahme 1976 zu einer Diskussion über die Sicherheit der Anlage. Als Folge von Flüssiggaskatastrophen in anderen Ländern wurden in Deutschland die Normen verschärft, und schließlich erklärte sich das Unternehmen bereit, die Tanks unter die Erde zu verbannen. Als neuer Standort wurde die Fläche zwischen Süberweg und Zweigkanal auserkoren. Hier sind die Tanks mit einer meterdicken Erdschicht bedeckt, die für einen erhöhten Brandschutz sorgt. Die neue Anlage ging im Juni 1991 in Betrieb. Im Februar 1992 wurden die inzwischen leeren Hochtanks an der Elbestraße demontiert.

20 MILLIONEN LITER DIESEL UND HEIZÖL lagern in diesen Tanks am Osnabrücker Hafen, weitere 10 Millionen einen Kilometer nordwestlich nahe der Haster Schleuse. Foto: Gert Westdörp
Autor:
jan


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