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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erst die Pferde retten, dann Tränen und der Schock
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Großbrand auf dem Hof Schierbaum in Voxtrup - Feuerwehr konnte Reithalle und Ställe vor den Flammen bewahren
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Originaltext:
Erst die Pferde retten, dann Tränen und der Schock

Großbrand auf dem Hof Schierbaum in Voxtrup - Feuerwehr konnte Reithalle und Ställe vor den Flammen bewahren

Von Beate Dammermann

Osnabrück
" Die Kinder waren ganz toll. Sie haben die Pferde ganz ruhig auf die Weide geführt, und die Tiere sind zum Glück auch nicht durchgedreht", lobt Monika Köhler. Doch dann stehen viele der jungen Mädchen doch da und weinen. Der Schock und die Angst um " ihre" Pferde fordern ihren Tribut. Am Samstagmittag war auf dem Hof Schierbaum, auf dem auch der Reiterverein Voxtrup zu Hause ist, ein Großfeuer ausgebrochen. Zum Glück wurden weder Menschen noch Tiere verletzt

Es herrschte Hochbetrieb auf dem Gelände an diesem Vormittag. In einer Halle übten Kinder vor einem Wettbewerb am Sonntag Voltigieren, in einer anderen ritten Kinder auf Schulpferden. Monika Köhler und eine andere Privatreiterin waren in der großen Halle, als sie durch das Lichtband schwarzen Qualm sahen, dann rot lodernd einen Feuerschein. Direkt an das größte Gebäude des Hofes angrenzend, waren die unter einem Schleppdach gelagerten Strohvorräte in Brand geraten.

Zwei hohe Rauchsäulen standen kurze Zeit später über dem Hof, schreckten ganz Voxtrup auf. Augenzeugen berichteten, dass es an zwei Stellen des nach vorn offenen, 15 mal fünf Meter langen Lagers mit gepressten Strohballen schnell lichterloh brannte. Ob es an der rückwärtigen Mauer zur Reithalle eine Durchzündung gegeben hatte oder an zwei Stellen das Feuer ausgebrochen war, ist unklar. Obwohl am Sonntag der Brandspürhund der Polizei im Einsatz war, wird die Polizei frühestens am heutigen Montag Angaben über die Brandursache machen können.

Schon bevor die Feuerwehr eintraf, hatten alle auf dem Hof mitgeholfen, die Pferde, die noch in den Ställen standen, auf die Weiden zu bringen. Später schauten weinende Kinder und fassungslose Erwachsene zu, wie die Flammen emporstiegen. " Wir wissen nicht, ob wir die Reithalle retten können", sagte Klaus Fiening als Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr zu Beginn der Löscharbeiten. Doch es gelang: Wichtiger als das Löschen der relativ wertlosen Strohballen war der " Innenangriff" in der Reithalle, der schließlich erfolgreiche Einsatz, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern.

Probleme bereitete anfangs die Wasserversorgung. " Wenn nur die Reithalle gebrannt hätte, wäre die Versorgung ausreichend. Aber für die Strohballen brauchen wir viel Wasser" hieß es von der Feuerwehr. Über 100 Frauen und Männer der Berufsfeuerwehr und fast aller freiwilligen Wehren der Stadt, voran natürlich die Voxtruper, waren im Einsatz. Die Sutthauser Wehr legte lange Wasserversorgungsleitungen bis hin zu verschiedenen Punkten an der Meller Landstraße, die Freiwilligen aus Kloster Oesede ergänzten Wasserleitungen auf ihrem Gebiet. Für solche Fälle, dass allein stehende Gehöfte brennen, hat die Feuerwehr Pläne über die nächstgelegenen Hydranten.

Nach zwei Stunden war klar: Die Halle, Ställe und die Gaststätte konnten gehalten werden, niemandem war etwas passiert. Endlich konnte schweres Gerät anrücken, die brennenden Strohballen auf die umgebenden Wiesen verteilen und löschen. Das allerdings dauerte bis spät in die Nacht.

Probleme bereiteten auch zwei Hochspannungsleitungen, die direkt über dem Reiterhof liegen. Die eine, in nur 16 Meter Höhe, versorgt den Bahnverkehr, die andere gehört zu RWE. Sie wurden abgeschaltet, der Strom umgeleitet.

Nachbarschaftshilfe wurde nach dem Feuer groß geschrieben, und auch die Feuerwehrleute wurden von den Voxtrupern gleich mitverpflegt.

DAS STROHLAGER hinter der Reithalle in Voxtrup stand komplett in Flammen. Die Löscharbeiten dauerten bis in die Nacht. Fotos: Michael Hehmann

HUNDERTE BRENNENDE STROHBALLEN wurden in der Umgebung verteilt und gelöscht. Für die nächtliche Beleuchtung sorgte das Technische Hilfswerk.

BRANDMITTELSPÜRHUND WILLI und Polizeihundeführer Frank Kedziora gestern Morgen bei der Arbeit.
Autor:
Beate Dammermann


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