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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
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Überschrift:
Was, wenn der Müll knapp wird?
Zwischenüberschrift:
Möwen zieht es im Winter in die Stadt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Was, wenn der Müll knapp wird?

Möwen zieht es im Winter in die Stadt

Von Gerhard Kooiker
Westerberg/ Hafen/ Pye
Osnabrück liegt ja nicht an der Küste. Bei einem Spaziergang um den Rubbenbruchsee herum könnte man im Winterhalbjahr aber zeitweise daran zweifeln. An manchen Tagen lassen sich gut tausend Möwen beobachten, die in der Luft kreisen oder auf dem Wasser schwimmen.

Auch an den Klärteichen in Eversburg und auf dem Piesberg fallen die großen Schwärme von Möwen auf, die vorbeisegeln, auf Dächern und Kränen im Hafengebiet sitzen oder im Müll stochern.

Schaut man dann etwas genauer hin, so fallen dem Laien die Größenunterschiede sofort ins Auge. Der Fachmann unterscheidet drei Möwenarten: Lach-, Sturm- und Silbermöwe. Ausnahmsweise gesellt sich auch noch die oberseits dunkelgrau oder schwärzlich gefärbte Heringsmöwe hinzu.

Die Lachmöwe ist bei weitem die häufigste und überdies die kleinste Art. Allerdings kann man zur Zeit ihren dunkelbraunen, fast schwarzen Kopf - das wichtigste Erkennungsmerkmal - nicht sehen, da sie ihr winterliches Schlichtkleid angelegt hat. Die Silbermöwe dagegen wirkt majestätisch und ist fast doppelt so groß wie die Lachmöwe. Die Sturmmöwe liegt bei der Körpergröße zwischen beiden Arten.

Viele Silbermöwen ziehen im Winterhalbjahr in die Großstädte und deren Umgebung, wo sie auch überwintern und ein gutes Nahrungsangebot vorfinden. Die Masse hält sich tagsüber an der Mülldeponie, der Kläranlage, im Hafen und am Rubbenbruchsee auf. Die Nacht verbringen sie auf größeren Gewässern, die sie abends anfliegen und morgens verlassen. Vorzugsweise fliegen sie dabei zum Alfsee, dem Hauptschlafplatz.

Möwen beim Futter nicht sehr wählerisch

Silbermöwen sind überwiegend Fleischfresser und erbeuten mit Vorliebe Fische, Krebse, Muscheln und junge Vögel. Sie sind bei der Wahl ihrer Nahrung aber nicht wählerisch und rauben überdies Eier von Bodenbrütern, fangen Heuschrecken auf der Wiese und folgen manchmal dem Pflug auf der Suche nach Würmern und Kleinsäugern.

Silbermöwen verschmähen auch keine toten Tiere und Haushaltsabfälle, deshalb zieht es sie zeitweise zu hunderten auf Müllhalden wie den Piesberg, wo es sich vom organischen Wohlstandsmüll gut leben lässt. Die Tage der Mülldeponie Piesberg sind gezählt. Wo werden dann die Möwen im Winter bleiben?

KLEINE MÖWE, flieg zum Hasestrand - nach diesem Motto handeln die Küstenvögel im Winter.
Foto: Bernhard Volmer
Autor:
Gerhard Kooiker


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