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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Farbeimer und Kanister in der Böschung
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Sportplatz Stadtweg: Anwohner macht Stadt auf Altlast aufmerksam, die schwer zu orten ist
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Farbeimer und Kanister in der Böschung

Sportplatz Stadtweg: Anwohner macht Stadt auf Altlast aufmerksam, die schwer zu orten ist

kmoe OSNABRÜCK.
Ewald Igelmann ist ganz sicher, dass in den 70er Jahren " Lkw-weise" Bauschutt, Farbeimer und Kanister mit allerlei Flüssigkeiten am Schledehauser Weg abgekippt wurden. Jetzt soll auf dem Gelände eine Siedlung mit 15 Einfamilienhäusern entstehen. Und die Stadt hat ein Altlastenproblem.

Der Sportplatz zwischen dem Stadtweg und dem Schledehauser Weg soll aufgegeben und für den Wohnungsbau zur Verfügung gestellt werden. Anwohner kritisieren nun, dass das Gelände bisher nicht ausreichend auf Altlasten untersucht worden sei. In einem Teil des Bodens sollen große Mengen Industrieabfall eingelagert sein.

Schon vor drei Jahren hatte die Stadt das Sachverständigenbüro Sack & Temme mit einer Prüfung der Bodenverhältnisse beauftragt. " Das Gelände war von Beginn an eine so genannte Verdachtsfläche", sagt Manfred Wortmann vom Fachbereich Grün und Umwelt. Bevor der Sportplatz gebaut wurde, hatte eine Lüstringer Ziegelei am Stadtweg jahrelang Ton und Lehm abbauen lassen. Trotzdem: " Die Untersuchung im Jahr 2003 ergab, dass kaum eine Belastung des Bodens durch Schadstoffe besteht", so Wort mann.

Das sieht Ewald Igelmann anders. Denn die entscheidenden Stellen am Hang unterhalb des Schledehauser Weges seien nicht hinreichend untersucht worden.

" Mit eigenen Augen" habe er gesehen, wie eine Tiefbaufirma nicht nur Bauschutt, sondern auch allerlei schädliche Substanzen auf den Hang gekippt habe, darunter auch Farbeimer und Kanister mit Flüssigkeiten, Bitumen- und Teerpappe sowie Autoreifen und Plastikfolien, wie der heute 40-Jährige berichtet. Unter den damaligen Bedingungen war diese Art der Entsorgung von Industriemüll offenbar nicht ungewöhnlich.

Später sei der Müllberg mit einer etwa 50 cm dicken Erdschicht überdeckt worden, so Igelmann weiter. So habe der Hang am Rande des Platzes überhaupt seine heutige Form bekommen. Laut Bebauungsplanentwurf ist der Hangbereich künftig als öffentliche Grünfläche vorgesehen.

Zu einem Ortstermin mit Igelmann und Mitarbeitern der Stadt kam es, nachdem sich der Anwohner mit einer eidesstattlichen Erklärung zu seinen Beobachtungen an die Stadt und die Presse gewandt hatte. " Mir geht es nicht darum, das erste Gutachten infrage zu stellen, sondern darum, dass der Müll entfernt wird", sagt Igelmann.

Schon vor dem ersten Gutachten habe er die Stadt schriftlich auf seinen Verdacht aufmerksam gemacht. Warum die Anregung damals möglicherweise nicht einbezogen worden sei, sei schwer zu klären, heißt es heute. Dennoch will die Stadt jetzt tätig werden, um den Verdacht zu prüfen, so Wortmann. Der Sachverständige Michael Sack vom Büro Sack & Temme gab bereits vorab zu bedenken, dass das Grundwasser im Bereich des Stadtweges rund 20 Meter tief unter der Erdoberfläche stehe, eine Belastung durch eventuelle Schadstoffe deshalb unwahrscheinlich sei. Allenfalls das Oberflächenwasser, das vom Hang ablaufe, könne verunreinigt werden. Falls gehandelt werden muss, gibt es ein Problem: Mit einem Bagger lässt sich an dem steilen, baumbewachsenen Hang wenig ausrichten.

Schwierige Suche: Im Hang am Sportplatz zwischen Stadtweg und Schledehauser Weg soll es Altlasten geben. Foto: Jörn Martens
Autor:
kmoe


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