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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Vom Ernst der Lage nichts gemerkt
 
Viele haben einen Bunker im Garten
Zwischenüberschrift:
Bunkergeschichten aus Osnabrück
 
Ehepaar Engel nutzt den Bunker unter dem Gartenhaus für friedliche Zwecke
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Bunkergeschichten aus Osnabrück

Vom Ernst der Lage nichts gemerkt

Ehepaar Engel nutzt den Bunker unter dem Gartenhaus für friedliche Zwecke

Sonnenhügel (hpet)
Im Innern des Bunkers von Eleonore und Hans-Werner Engel am Tannenkamp 23 erinnert wenig an die Schrecken des Zweiten Weltkriegs. Friedlich überwintern hier Sommerreifen neben zurecht gestutzten Topfpflanzen und Äpfeln. Außerdem dient die robuste Steindecke als ideales Fundament für ein kleines Gartenhäuschen.

Allein traue sie sich dennoch nicht hinein, gesteht Eleonore Engel. Aus Angst vor Mäusen, wie sie sagt, obwohl weder sie noch ihr Mann je eine gesehen haben. Die Vermutung, dass die Abneigung der 67-Jährigen, die beim Bau des Bunkers im Garten ihres Elternhauses etwa vier oder fünf Jahre alt war, noch aus der Kriegszeit herrührt, zerstreut sie allerdings schnell.

" Ich war glücklich, wenn Alarm kam", sagt das Einzelkind Eleonore Engel überraschend. " Dann waren alle Kinder im Bunker zusammen, und wir konnten reden und spielen." Den Ernst der Lage habe sie damals noch nicht erkannt.

Sie nennt noch einen weiteren Grund, weshalb die Bunkerzeit " eine schöne Zeit" gewesen sei. Damals hätten die Nachbarn noch alle zusammengehalten, und jeder habe dem anderen geholfen, wenn der etwas gebraucht habe. So sei der Bunker auch nicht nur ein Werk ihrer Eltern gewesen, sondern eine Gemeinschaftsproduktion.

Zuerst hätten alle Nachharn im Keller ihres Hauses Schutz vor den Bomben gesucht, bis um 1941/ 42 überall Bunker entstanden seien: " Wir waren da drin mit sechs Familien." Eine enge Angelegenheit in dem kaum zehn Quadratmeter großen und nur etwa 1, 85 Meter hohen Raum. Eine Sitzbank und ein Etagenbett sorgten für ein wenig Gemütlichkeit. Mit der war es vorbei, als ein Bunker in der Nachbarschaft durch einen Volltreffer völlig zerstört wurde und alle Insassen starben. Da hätten sich ihre Eltern entschlossen, bei Alarm im Felsenbunker an der Wakhegge Unterschlupf zu suchen. Hinter den stabilen Wänden des eigenen Garten-Bunkers lagern seitdem nur noch Pflanzen, Obst und Autoreifen.

Viele haben einen Bunker im Garten

Das Echo auf unseren Aufruf vom vergangenen Donnerstag war enorm: Etwa 50 Bunker im Stadtgebiet wurden uns gemeldet. Einige davon wollen wir in unserer neuen Reihe " Bunker-Geschichten aus Osnabrück" vorstellen. Hinweise von Leserinnen und Lesern auf weitere Schutzräume in Osnabrück werden wir dem Bunker-Forscher Frank Labrenz zur Verfügung stellen. Die Redaktion bedankt sich für das große Interesse.

WER HÄTTE GEDACHT, dass dieses Gartenhaus einen Bunker verbirgt? Das Ehepaar Engel vom Tannenkamp hat sich mit dem Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg arrangiert. Foto: Thomas Osterfeld

STATT SCHUTZ vor Bomben bietet der Bunker von Eleonore und Hans-Werner Engel jetzt Schutz vor Kälte.
Autor:
hpet


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