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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Warum die Enten nicht festfrieren
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Naturschutzbund informiert über die faszinierende Kälteanpassung bei Vögeln
Artikel:
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Originaltext:
Warum die Enten nicht festfrieren

Naturschutzbund informiert über die faszinierende Kälteanpassung bei Vögeln

Osnabrück
Bei den derzeitigen Minusgraden fragen besorgte Naturfreunde den Naturschutzbund (Nabu), ob die Tiere nicht unter den winterlichen Temperaturen leiden. Nicht nur aufgeplusterte Meisen in den Baumwipfeln erregen Mitleid. Einige fragen sich, warum denn die auf dem Eis watschelnden Enten keine kalten Füße bekommen oder über Nacht festfrieren.

" Die Vögel sind zwar , barfuß', aber das macht ihnen wenig aus", beruhigt Nabu-Vorsitzender Andreas Peters. " Damit sie auch an den federlosen Körperteilen nicht auskühlen, haben einige Vogelarten ein raffiniertes Energiesparprogramm. In den Vogelbeinen befindet sich das so genannte Wundernetz, das wie ein Wärmetauscher funktioniert." Im Wundernetz liegen feine Blutgefäße sehr dicht beieinander. Das sauerstoffreiche Blut strömt darin vom knapp 40 Grad warmen Körper Richtung Füße. Dabei fließt es sehr nah an den Venen vorbei, die das abgekühlte Blut aus den Füßen wieder zum Körper transportieren.

" Im Wundernetz wärmt nun das warme Blut das kalte im Gegenstromprinzip auf. Es geht kaum Wärme verloren, und das Tier kühlt selbst bei stundenlangem Gewatschel auf dem Eis nicht aus", erklärt der Naturschützer die faszinierende Erfindung der Natur. " Die Füße sind mit relativ kaltem Blut gut durchblutet, und es geht kaum Wärme verloren. Darum schmilzt das Eis unter den Füßen der Enten auch nicht."

Die Vogelkörper sind aber auch ansonsten hervorragend gegen Kälte isoliert. " Über den wärmenden Daunen tragen die Vögel wetterfeste Deckfedern, die sie immer gut einfetten. Dafür benutzen die Vögel ein öliges Sekret, das in der Bürzeldrüse am Stoß produziert wird. Mit dem Schnabel verteilen sie dieses Fett über das ganze Gefieder", so Peters. Bei Polarvögeln kann der Unterschied zwischen Körperinnerem und Umgebung his zu 80 Grad betragen.

Einzig der Kormoran hat kein gefettetes Gefieder - es würde ihn bei seinen langen Tauchgängen behindern und wie einen Korken an die Oberfläche treiben. Die geschickten schwarzen Fischjäger trocknen sitzend ihre hängenden Flügel. " Es mag uns Menschen zwar unangenehm erscheinen, in der Kälte sitzen zu müssen - unsere heimischen Tiere haben sich im Laufe von Jahrtausenden aber daran angepasst", beruhigt der gelernte Biologe. So fliehen die Zugvögel auch nicht in wärmere Gebiete, weil sie die Kälte bei uns nicht überstehen würden, sondern weil sie keine Nahrung mehr finden. " Als ausgeprägte Zugvögel bleiben beispielsweise manche Weißstöijche hier, wenn sie durch den Winter gefüttert werden", schließt der Nabu-Vorsitzende.

AUCH BEI EIS bekommen diese Enten am Pappelsee dank ihrer Blutzirkulation keine kalten Füße.
Foto: Michael Hehmann


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