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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
Hausapotheke und "Wald des kleinen Mannes"
Zwischenüberschrift:
Die Hecken und der Naturschutz: Vortrag bei der DBU
Artikel:
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Originaltext:
Hausapotheke und " Wald des kleinen Mannes"

Die Hecken und der Naturschutz: Vortrag bei der DBU

Osnabrück
Hecken in der Landschaft sind wahre Multitalente mit bewegter Geschichte. Sie sind zum Beispiel Landschaftselement, Nahrunqslieferant und Versteck für viele Tiere - und Lebensmittelpunkt. Hecken stehen auch im Mittelpunkt des Vortrags " Hecken in der Landschaft - Von der mittelalterlichen Landwehr zum wertvollen Biotop" von Dr. Bernd Tenbergen im Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK) der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) am kommenden Donnerstag, 26. Januar.

Zu den ältesten Hecken um Osnabrück gehört die mittelalterliche Landwehr, die einst 18 Kilometer lang war und sich noch heute auf gut sechs Kilometern in einigen Abschnitten im Stadtgebiet erkunden lässt. Bekannt sind aber in unserer Region vor allem die Wallhecken, die sich vom Emsland bis ins Münsterland erstrecken und vor etwa 150 Jahren von Menschen angelegt wurden. Es waren lebende Zäune, die Grenzen markierten und dem Vieh den Zutritt auf die wertvollen Ackerflächen verwehrten. Solange Hecken als Zaunersatz dienten oder eine Wehrfunktion hatten, war eine Pflege unumgänglich, denn nur eine gleichmäßig dichte Hecke war ein wirkliches Hindernis für das Vieh oder den Feind. Seitdem der Stacheldraht die Hecke überflüssig gemacht hat und auch das bei der Heckenpflege anfallende Holz nicht mehr genutzt wird, haben viele Hecken ihren typischen Charakter verloren. Mit dem Wandel in der nordwestdeutschen Heckenlandschaft ging aber auch ein Verlust an ökologischer Vielfalt einher, denn Hecken sind wichtige Lebensräume für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren. Der Neuntöter bevorzugt zum Beispiel dornenreiche Hecken.

" Wegen ihrer hohen Bedeutung sind die Wallhecken im niedersächsischen Naturschutzrecht unter Schutz gestellt", erläutert Werner Kirchner von der unteren Naturschutzbehörde Osnabrück. Darüber hinaus werden insbesondere in den Wintermonaten immer wieder neue Hecken angelegt.

Welche Gehölze eignen sich, und welche Pflegemaßnahmen sind für ältere Hecken erforderlich, damit sie auch zukünftig Bestand haben? Die Anlage mehrreihiger Hecken war in einem von der DBU geförderten Projekt der Grund für die erfolgreiche Bestandssicherung des Rotmilans im Vogelschutzgebiet Hakel, Sachsen-Anhalt.

Übermorgen, 26. Januar, wird Dr. Bernd Tenbergen vom Westfälischen Museum für Naturkunde in Münster um 18.30 Uhr im ZUK einen Bogen schlagen von der Bedeutung der Hecke im Mittelalter bis zur heutigen Zeit. Die Hecke nicht nur als " Wald des kleinen Mannes", sondern auch als Hausapotheke und schützenswertes Biotop in der Agrarlandschaft. Auch mit der Neuanlage und Pflege von Hecken wird er sich beschäftigen. Ab 18 Uhr wird vorab für Interessierte eine Führung durch die Ausstellung " FaziNatur - Natur entdecken" angeboten. Diese ist von Mo.-Do. von 9 Uhr bis 17 Uhr und Fr. von 9 Uhr bis 13 Uhr kostenlos zu besuchen. Gruppen-Führungen und weitere Informationen unter Tel. 9633-920.

DER NEUN FOTER bevorzugt zum Beispiel dornenreiche Hecken. Hecken sind wichtige Lebensräume für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren. Foto: Bernhard Volmer


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