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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Überleben bei Minusgraden
Zwischenüberschrift:
Tiere und Pflanzen trotzen dem Frost
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück iba/ gk
Angesichts des Kälteeinbruchs ist es nur schwer zu glauben, dass manche Rosenblüte oder Blattpflanze den Angriff von Frost und Schnee überstehen kann. Am Ende müssen sich allerdings auch noch so widerstandsfähige Blüten dem ständigen Wechsel von Auftauen und Einfrieren beugen.

Für die kalte Jahreszeit haben Pflanzen eine Reihe von Überlebensstrategien entwickelt, darunter auch die Bildung von " Frostschutzmitteln". Die Nadeln von Fichte, Tanne und Kiefer sind zum Beispiel durch dicke Zellwände und eine dichte Wachsschicht vor zu viel Verdunstung geschützt. Dazu produzieren sie in Vorbereitung auf die Kälte Antifrostmoleküle, die verhindern, dass sich in den Pflanzensäften Eiskristalle bilden, die die Zellen sprengen könnten. Laubbäume haben sich im Herbst durch den Blattfall und die Rückholung der Nährstoffe in Stamm und Wurzeln auf die kalte Jahreszeit vorbereitet. Stauden lagern Energiereserven für den Frühjahrsaustrieb in Wurzelstöcken oder Speicherorganen ein. Und die einjährigen Pflanzen haben durch Samenbildung für das Weiterlehen nach der Winterzeit gesorgt.

Auch Tiere können durch gute Anpassungen die kalte Jahreszeit unbeschadet überleben. Durch Anfressen von Winterspeck und darauf folgenden Winterschlaf verbrauchen Siebenschläfer oder Igel nur wenige Kalorien. Andere wie die Eichhörnchen können durch ihren dicken Pelz auch Minustemperaturen trotzen. Einige Insekten suchen Schutz in Gebäuden oder frostsicheren Unterschlüpfen. Manche Falter trennen sich sogar vom größten Teil ihrer Körperflüssigkeit und reichern den Rest mit Glyzerin an, so dass sie auch bei Frost im Energiesparmodus in ihren Verstecken überleben können. Die meisten Insekten verbringen allerdings den Winter in Form von Eiern, Larven oder Puppen geborgen im Erdreich.

Ornithologen weisen darauf hin, dass die Winterfütterung der Vögel in der Regel nicht erforderlich ist, da die Natur auch bei Schnee und Eis genug Nahrung bietet. Wer jedoch Singvögel füttern möchte, um sich an dem bunten Treiben zu erfreuen, der muss einige Dinge beherzigen: Grundsätzlich sollte nur zwischen Anfang Dezember und Mitte März gefüttert werden und auch dann nur bei Tagestemperaturen im Minusbereich oder wenn Frost, Raureif oder Schnee die Vögel stark bei ihrer Nahrungssuche behindern. Streng verboten sind dabei Brot- und Essensreste.

Wer einen Beitrag zum Schutz fruchtfressender Vögel leisten möchte, sollte dies bereits bei seiner Gartenplanung bedenken und einheimische Beerensträucher und Bäume anpflanzen. Die Früchte und Beeren von Vogelbeere, Holunder, Traubenkirsche, Sanddorn, Hartriegel, Berberitze und Weißdorn, Weintrauben und Fallobst spielen als Herbst- und Winternahrung nicht nur für Vögel eine wichtige Rolle.

Bei extremem Frost sollten auch vergleichsweise robuste Kübelpflanzen ins Haus geholt werden. Darauf macht die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Bonn aufmerksam. Wichtig ist es den Experten zufolge, die Pflanzen nicht in einen beheizten, sondern in einen vergleichsweise kühlen Raum zu stellen - in den Keller, die Garage oder ein Treppenhaus etwa. Stehen sie zu warm, wird durch den " Temperaturschock" ihre Winterruhe unterbrochen und das Wachstum neuer Triebe angeregt. Dies macht die Gewächse anfälliger für Schädlinge und Pilzerkrankungen.

EIN EISPANZER IM WINTER SCHADET NICHT: Lange Kälteperioden und einen häufigen und abrupten Temperaturwechsel vertragen viele Pflanzen trotz der Schutzmechanismen aber nicht so gut.
Autor:
iba, gk


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