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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Im Schlafzimmer der Fledermäuse
Zwischenüberschrift:
Das sechste Türchen macht den Weg frei in den Hasestollen unter dem Museum Industriekultur
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Adventekalender

Türen öffnen

Im Advent öffnet die Neue OZ jeden Tag eine Tür die sonst verschlossen bleibt. Kinder des dritten Schuljahres haben uns ihre Wünsche geschickt, und wir schauen gemeinsam, was sich hinter den Türen verbirgt.

OSNABRÜCK. Weit und breit ist kein Mensch zu sehen - das Museum Industriekultur ist montags nicht geöffnet. In der Dämmerung stehen der achtjährige Johannes und sein Freund Lorenz aufgeregt vor dem Hasestollen. Noch ist die Tür verschlossen. Gleich werden sie dort auf Fledermaussuche gehen. " Im Sommer fliegen immer welche bei uns im Garten, und ich wollte gerne wissen, wie und wo die leben", erklärt Johannes.

Kleiner als erwartet

Noch bevor es 30 Meter unter die Erde geht, kramt Gerd Mäscher, der Naturschutzbeauftragte Osnabrücks, in seiner Tasche. Zum Vorschein kommt eine kleine Breitflügelfledermaus. Ein bisschen größer haben die Jungs sich Fledermäuse schon vorgestellt, geben sie zu. Vorsichtig streicheln die beiden über das hellbraune, weiche Fell des Tieres. Mit ihren etwa sechs Zentimetern ist die Breitflügelfledermaus sogar die drittgrößte der 15 Arten Osnabrücks. Sie ist flugunfähig und lebt deshalb bei Gerd Mäscher.

Im Hasestollen ist es stockduster. Ausgerüstet mit Taschenlampen, bewegt sich die kleine Gruppe durch den 400 Meter langen Tunnel.

Niedliches Tierchen: Johannes Geiger schaut sich interessiert die Fledermaus an, die Naturschutzexperte Gerd Mäscher mitgebracht hatte. Foto: Egmont Seiler

Der Hasestollen ist, im Gegensatz zu den etwa 15 weiteren Stollen und Überwinterungsquartieren der Fledermäuse Osnabrücks, für Besucher geöffnet. Deshalb verstecken sich die Tiere hier besonders gut.

Eifrig suchen die Jungs mit ihren Taschenlampen die unebene Stein wand ab. " Da ist eine", rufen die beiden begeistert. Die Flügel angelegt, hängt das Tier kopfüber in einem Spalt an der Wand. " Das ist eine Wasserfledermaus", erklärt Gerd Mäscher, " sie trägt diesen Namen, weil sie über dem Wasser jagt." Ein paar Meter weiter entdecken Johannes und Lorenz eine Fransenfledermaus. " Diese Art ernährt sich von Spinnen und ist zurzeit noch nicht im Winterschlaf", erfahren die Schüler.

Doch nicht alle Fledermäuse überwintern in Höhlen und Stollen. Die häufigste Art in Osnabrück, die Zwergfledermaus, lebt ganz in der Nähe der Menschen - in Wohnhäusern. Nach einer Stunde sind die Abenteurer wieder zurück. Inzwischen ist es ganz dunkel geworden. Die Jungs sind mit ihrem Erlebnis zufrieden. Sie haben viel über die bedrohte Tierart erfahren und neben den drei ungewöhnlichen Säugetieren auch gleich noch den Hasestollen kennen gelernt.
Autor:
mgr


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