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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ein Zuhause für die Armen der Stadt
Zwischenüberschrift:
Die Bocksmauer
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Ein Zuhause für die Armen der Stadt

Die Bocksmauer

Von Marie-Luise Braun

OSNABRÜCK. Es scheint fast so, als sei die Zeit an der Bocksmauer kurz stehen geblieben oder langsamer gelaufen als anderswo in der Stadt.

Diese beiden Bilder - das eine vom Anfang des 20. Jahrhunderts, das andere aus diesem Jahr - ähneln sich sehr. Kaum verändert hat sich die Häuserzeile auf der linken Seite, nach wie vor steht auch der Bucksturm an seinem Platz.

Auf der linken Seite sind die ehemaligen Armenhäuser zu sehen. Sie gehörten zum Herrenhof der Grafen von Tecklenburg, deren Hauptgebäude sich an der Großen Gildewart befand. 1620 kaufte die Stadt den Hof, um ein Armenhaus einzurichten. Aus ihm ging der evangelische Waisenhof hervor, der bis Anfang des 19. Jahrhunderts hier zu finden war.

Zeitreise

Während es heute so aussieht, als ob sich unter dem durchgezogenen Dach und der gleichmäßig gelben Fassade ein Haus befindet, ist auf der Postkarte von 1910 zu erkennen, dass es sich um mehrere Gebäude handelt. Ein in die Hauswand eingemauerter Ochsenkopf mit Beilen zeigt, dass sich bis ins 13. Jahrhundert der Scharren - ein Verkaufsstand - der Schlächter befand, bevor er an den Markt verlegt wurde.

Die Bocksmauer folgt dem Verlauf eines Befestigungsrings, der Ende des 12. und Anfang des 13. Jahrhunderts um Osnabrück errichtet wurde. An der Straße befanden sich überwiegend bescheidene Gebäude oder Nebengebäude von Häusern der angrenzenden Straßen, wie der Großen Gildewart.

Diese geringwertigen Häuser wurden im 19. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts umgebaut. Im Krieg wurden die Häuser kaum beschädigt. Sie zeigen mit den umgebenden Straßen eine gewachsene Altstadtstruktur.

Der in der Mitte der Postkarte zu sehende Bucksturm ist einer der wenigen Türme der Befestigungsanlage, die erhalten sind. Seinen Namen hat der Turm angeblich, weil früher ein Bockskopf im obersten Stockwerk eingemauert war.

Der Turm mit halbkreisförmigem Grundriss war früher etwa zehn Meter höher. Es wird vermutet, dass er zur Stadtseite hin offen war. Die Krone der Stadtmauer lag auf der Höhe des ersten Obergeschosses.

Auf der gerundeten Seite des Turms, die zum Natruper-Tor-Wall zeigt, wurde 1922 ein Denkmal für die Gefallene des Infanterie-Regiments Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig aufgestellt.

Wie ein Haus mit verschiedenen Eingängen wirkt das frühere Armenhaus. Foto: Westdörp

Die Bocksmauer folgt dem Verlauf der ehemaligen Befestigungsanlage um die Stadt. Diese Postkarte aus dem Jahr 1910 hat uns Dr. Jan Stefan Janke-Weddige zur Verfügung gestellt.
Autor:
Marie-Luise Braun


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