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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Lebensmittel und Lebensqualität
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90 Jahre Kleingärtner "Deutsche Scholle": Mit der Zeit wandeln sich die Ansprüche
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Originaltext:
Lebensmittel und Lebensqualität

90 Jahre Kleingärtner " Deutsche Scholle": Mit der Zeit wandeln sich die Ansprüche

ng/ nr OSNABRÜCK. Gemüsebeete, Blumen und eine Gartenlaube: Beim Besuch des Kleingärtnervereins " Deutsche Scholle" werden Kindheitserinnerungen geweckt. Der Verein feiert in diesem Jahr sein 90-jähriges Bestehen.

1916 hatten russische Kriegsgefangene die Fleckendorfer Welle in der Wüste kulturfähig gemacht und zur Entstehung von 185 Gärten beigetragen. Diese dienten in der damaligen Zeit, die noch vom Ersten Weltkrieg geprägt war, vor allem durch die Möglichkeit des Lebensmittelanbaus der Existenzsicherung.

Der Verein, der sich bei der Gründung " Kleingartenverein Moskau" nannte, wurde 1933 von den Nationalsozialisten gleichgeschaltet und in " Deutsche Scholle" umbenannt. Heute ist er der größte Kleingartenverein in Osnabrück. Auf einer Fläche von 32, 6 Hektar verpachtet er 28 Parzellen mit insgesamt 704 Gärten.

Seit den 60er Jahren nutzen vor allem Hobbygärtner die im Schnitt 350 Quadratmeter großen, grünen Oasen im Stadtgebiet. Wie viel Arbeit sie dort investieren, ist ihnen selbst überlassen. " Um einen Garten den Vorschriften gemäß in Stand zu halten, ist ein Aufwand von mindestens fünf Stunden pro Woche notwendig", sagt Margret Schmidt, Fachberaterin der " Deutschen Scholle". Sie selbst benötigt mit ihrem Mann Uwe 40 Stunden wöchentlich, um ihr 460 Quadratmeter großes " Prachtexemplar" zu pflegen und in Stand zu halten.

Doch nicht jeder pflegt seinen Garten so vorbildlich. Wenn Pächter ihre Anlage verkommen lassen, dann bekommen sie höchstens drei Mahnungen. Danach müssen sie ihre Grünfläche abgeben. Zur Prüfung der einzelnen Gärten erfolgt jährlich eine Gartenbegehung. " Meistens gibt es aber keine Probleme", betont Emil Zulcia, erster Kassierer des Vereins.

Doch auch ein friedlicher Kleingartenverein hat seine kleinen Skandale: So wurde einmal der gesamte Bestand an Mohnblüten zur Opiumgewinnung gestohlen oder schon mal ein Kleingarten zur privaten Haschischplantage umfunktioniert. Ein gewitzter Audi-Fahrer wollte eine Abkürzung durch das Kleingartenlabyrinth nehmen und landete im Graben, aus dem er erst nach neun Stunden befreit werden konnte.

Über diese Geschichten sprechen die Gartenfreunde auch heute noch bei den gemeinsamen Veranstaltungen. Im September feiern sie ein Erntedankfest. Dort wird auch wieder der größte Kohlrabi prämiert. Der Rekord liegt bei 17, 6 Kilo. Darüber hinaus veranstaltet der Verein Aktionen wie das Kinderfest, Seniorennachmittage und Parzellenfeste.

Anlässlich seines 90-jährigen Bestehens laden die Kleingärtner in der Wüste am Samstag, 2. September, ab 18 Uhr zu einem Fest mit Tanz, Musik und Verpflegung auf dem Vereinsgelände in der Limberger Straße 71 ein. Der Eintritt beträgt 10 Euro im Vorverkauf und 12 Euro an der Abendkasse. Am Sonntag um 10.30 Uhr beginnt der offizielle Teil mit Festansprachen, Erbsensuppe und Frühschoppen. Weitere Infos unter www.deutsche-scholle-os.de.

Kleingärten

Kleingärten sind in Anlagen zusammengefasste, meist bis 350 Quadratmeter große Grünflächen. Sie werden von Kleingartenvereinen verwaltet und günstig an ihre Mitglieder für nichterwerbsmäßige Zwecke verpachtet. Entstanden ist der Name " Schrebergärten" bereits Mitte des 19. Jahrhunderts, benannt nach dem Ideengründer und Pädagogen " Dr. Schreber". Geregelt wird das Kleingartenleben durch die jeweilige Kleingartenordnung eines jeden Vereins. Vereinsvorstände und der erweiterte Vorstand, so genannte " Obleute", überwachen die Einhaltung der vielen gesetzlichen Vorschriften.

So sieht ein perfekter Kleingarten aus: Margret Schmidt gießt liebevoll ihre Pflanzen. Sie benötigt 40 Stunden pro Woche für die Pflege ihrer Anlage und hat sich dafür auch gleich sechs Gießkannen bereitgestellt.
Fotos Elvira Parton

Keinen schönen Anblick bietet dieser vernachlässigte Garten. Gartenfreund Emil Zuleia ist deshalb auch empört.
Autor:
ng, nr


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