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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Habicht entdeckt Vogelkäfig als Jagdrevier
Zwischenüberschrift:
Jungtier wollte Papageien fangen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK Der passionierte Naturfreund Günter Müller besitzt farbenprächtige Gebirgsloris. Das sind in Australien beheimatete Papageien. Er züchtet sie auf seinem Balkon in zwei großen Volieren an der Rheiner Landstraße.

Als Müller nach einer Woche Urlaub in seine Wohnung zurückkehrte, stellte er verblüfft fest, dass seine Gebirgsloris sich anders verhielten als üblich: Sie waren verstört und ausgesprochen ängstlich. Was war in seiner Abwesenheit geschehen? Die Erklärung für dieses Verhalten stellte sich prompt am nächsten Tag ein. Ein hungriger Junghabicht saß vor einer der Volieren und wollte einen Lori fangen. Die aber saßen durch den Maschendraht geschützt ängstlich und laut schreiend in ihren Brutkästen. Günter Müller verscheuchte den Habicht und ging einkaufen.

GreifVogel verstört

Als er nach zwei Stunden zurückkehrte, bemerkte er den Habicht, der nunmehr hilflos eingeklemmt zwischen Wohnzimmerfenster und Voliere steckte. Der Junghabicht hatte in Müllers Abwesenheit versucht, irgendwie an einen Lori heranzukommen und war dadurch in diese missliche Lage geraten, aus der er sich nicht mehr befreien konnte.

Müller schnappte sich rasch einen Fotoapparat, knipste und zog die schwere Voliere einige Zentimeter vom Wohnzimmerfenster weg. Der Habicht konnte sich befreien und hüpfte, wohl etwas benommen und irritiert, durch die offene Verandatür ins Wohnzimmer. Hier blieb er eine Weile verstört sitzen. Müller fotografierte erneut und scheuchte das Tier vorsichtig nach draußen. Der Junghabicht flog auf die Brüstung des Balkons und dann in die nächste Kiefer. Dort saß er eine ganze Weile, startete erneut einen Angriff auf die Loris und strich schließlich ab. Er kam am gleichen Tkg nur noch einmal kurz zurück und von Stund an sah Müller ihn nie wieder.

Selten in Siedlungen

Habichte tauchen im Siedlungsraum von Osnabrück sehr selten auf. Die wenigen Habichtpaare Osnabrücks brüten in den waldreichen Randbereichen der Stadt. Dieser unerfahrene Jungha-bicht könnte aus einem der nächsten Reviere wie Suttheide / Hakenhofholz oder Hörner Bruch stammen. Bei einem Jagdflug vom Hakenhofholz über Heger Friedhof ist er über einen " Grünen Finger" in die Stadt gelangt und dort in die großen parkartigen Gärten zwischen In der Barlage und Ernst-Sievers-Straße.

Hier erspähte er die bunten Loris, die ihm wie auf einem Tablett serviert werden. Er hat anscheinend gelernt, dass solche Beute, die durch einen Maschendraht schützt ist, für ihn unerreichbar ist. Überdies wird er großen Hunger gehabt haben, da er immer wieder zurückgekommen ist. Als Beutegreifer kann er eben nicht einfach zu Aldi oder Lidl fliegen, um dort seine tägliche Fleischration zu kaufen. Auch wird er lernen müssen, Kaninchen, Tauben, Drosseln und Stare zu erbeuten, um damit seinen Hunger zu stillen.

Missliche Lage: Bei seinem Jagdausflug wurde der Habicht zwischen Voliere und Wohnzimmerfenster eingeklemmt. Foto: Günter Müller
Autor:
Gerhard Kooiker


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