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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Bürgerverein will Schlosspark restaurieren
Zwischenüberschrift:
Gelände am Marienheim wird durchforstet - Neue Sichtachsen geplant
Artikel:
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Originaltext:
Gelände am Marienheim wird durchforstet - Neue Sichtachsen geplant

Gut Sutthausen gilt als Geheimtipp für Kurzausflügler. Doch der Zahn der Zeit hat dem heutigen Marienheim mit seiner weitläufigen Park- und Teichlandschaft den herrschaftlichen Glanz früherer Zelten genommen. Das möchte der Bürgerverein Sutthausen in den kommenden Jahren Schritt für Schritt verändern.

Zur Sache: Gut Sutthausen

Die Entstehung des heutigen Gutes geht auf den Ritter Eberhard von Varendorf zurück, der bereits 1280 eine Burg in Sutthausen errichtete. Als Folge eines Teilverkaufs an Wilhelm von Stael entstand auf dem Grundstück Mitte des 15. Jahrhunderts eine weitere Burg, die jedoch später verfiel und in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts schließlich abgerissen wurde. 1622 verkauften die von Varen-dorfs das Gut an Dietrich von Korff, dessen Nachfahre Gottfried zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch einen Teil des Besitzes übernahm, der sich noch in von Staelscher Hand befand. Diesen vereinigte er mit Forstbeständen der Martinianer Laischaft zum heutigen Sutt-hauser Wald. Um 1930 wurde das Gut Sutthausen durch Egon von Romberg aufgelöst.

1935 erwarb der Osnabrücker Bischof das Schloss samt Park und übertrug es der Thuiner Franziskanerinnenkongrega-tlon, die auf dem Gelände das heutige Marienheim als berufsbildende Schule einrichtete.

" Man muss Visionen haben im Leben", findet Friedrich H. Petersmann, der als Vereinsvorsitzender bereits seit über einem Jahr vertrauliche Gespräche führt und bei potenziellen Sponsoren anklopft. Damit aus Wunsch am Ende auch Wirklichkeit wird, wollen der Bürgerverein, die Schwestern des Marienheims, Denkmalpfleger Bruno Switala und Hans-Adam von Hammerstein-Gesmold von der Niedersächsischen Gesellschaft zur Erhaltung historischer Gärten an einem Strang ziehen. Bei einem Planungstreffen wurden Ende vergangener Woche erste Details besprochen: Noch in diesem Winter soll das gesamte Gelände professionell durchforstet werden. Dabei werden vor allem viele Nadelgehölze und nicht einheimische Gewächse verschwinden, deren wilder Wuchs den Blick auf die historischen Gebäude verstellt.

Die Verantwortlichen sind sich durchaus bewusst, dass dieser Schritt nicht bei allen Sutthausern auf Gegenliebe stoßen wird. " Aber man muss sich auch mal verabschieden können", unter strich der Osnabrücker Garten- und Landschaftsarchitekt Detlef Dürkop, den der Bürgerverein mit der Erstellung eines Maßnahmenplans beauftragt hat. " Japanische Zierkirschen haben hier zum Beispiel nichts verloren."

Neben der Schaffung von Sichtachsen auf Schloss und Kirche soll die Wegeführung komplett überplant werden. Außerdem stehen Gräften, Brücken und der durch Mauern eingefasste, stark verschlickte Schlossteich auf dem Sanierungsplan. " Ich würde den Teich gerne noch einmal so erleben wie als kleiner Steppke, sagte Petersmann und erntete zustimmendes Kopfnicken von den alteingesessenen Sutthausern Hubert Kasselmann und Herbert Loheider. Als " krönenden Abschluss" kann sich der Bürgervereinschef außerdem vorstellen, dem Herrenhaus seine alte Freitreppe zurückzugeben.

Doch bis es so weit ist, werden wohl noch einige Jahre vergehen. Weder ein fester Zeitplan noch die Gesamtkosten stehen zu diesem Zeitpunkt fest. Selbst auf eine vorsichtige Schätzung wollte Dürkop sich nicht einlassen: Wer es mit historischen Mauern zu tun habe, müsse immer mit unangenehme Überraschungen rechnen, weiß der Fachmann aus Erfahrung.

Finanziert werden soll das Vorhaben aber auf jedem Fall mithilfe von Sponsoren. Ob es in Zeiten chronisch knapper Kassen tatsächlich gelingt, Geld für ein solches Projekt aufzutreiben? Denkmalpfleger Switala jedenfalls ist da überhaupt nicht bange: " Die bekannte Fantasie des Sutthauser Bürgervereins, wenn es darum geht, an Zuschüsse zu kommen, lässt für die Zukunft hoffen."

Die verwilderten Parkanlagen des Gutes Sutthausen will der Bürgerverein gemeinsam mit zahlreichen Mitstreitern wieder in Schuss bringen. Unter anderem sollen Sichtachsen auf das Schlossgeschaffen werden.

Foto: Michael Hehmann
Autor:
ack


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