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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Die Achillesferse der Stadt
Zwischenüberschrift:
Die Vitischanze mit dem Barenturm und der Hohen Brücke
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Von den Befestigungsanlagen Osnabrücks ist nur wenig erhalten geblieben. Dazu gehört der Barenturm mit Viti-schanze und Hoher Brücke, zu denen die heutige Zeitreise führt.

Wer Osnabrück im Dreißigjährigen Krieg angreifen wollte, hatte es nicht leicht: Im Osten musste die zweigeteilte Hase überwunden werden, im Westen die sumpfige Wüste. Und im Südosten schützte die Petersburg. 1633 versuchten die Schweden es deshalb im Norden der Stadt, der über Westerberg und Gertrudenberg gut anzugreifen war: Hier lag eine Art Achillesferse der Stadt.

Hier war im Dreißigjährigen Krieg die Vitischanze errichtet worden, diedas Hasetor und den Königsweg schützen sollte, der am Gertrudenberg vorbei nach Bremen führte.

Der Barenturm wurde bereits 1471 gemauert, ebenfalls zum Schutz der Stadt vor Angreifern - und zum Erhalt der bürgerlichen Freiheiten ihrer Bewohner, die in den Stadtmauern Sicherheit fanden. Etwa 2500 Männer müssen an dem Bau mitgewirkt haben, und das neben ihrer täglichen Arbeit. In der Stadt wohnten damals etwa 10 000 Menschen.

Zur Vitischanze gehörten einst auch Bauwerke auf der anderen Seite der Hase, die heute aber nicht erhalten sind.

" Die Hohe Brücke ist eines der seltsamsten Dinge der Stadtbefestigung", findet Bruno Switala, der Städtische Denkmalpflegen Denn: Sie führte zur Zeit des Angriffs der Schweden ins Nichts, statt wie heute zum Torbogen, durch den man durch die Vitischanze hindurchgelangt.

" Wehrtaktisch war das unheimlich interessant", sagt Switala. Denn das Ziel der Brücke war es nicht, über die Hase zu führen, sondern Schießscharten zu verbergen, die so tief lagen, dass die Schützen nicht Gefahr liefen, wichtige Stauwerke der eigenen Stadt zu treffen. Erst um 1800 wurde die Brücke um zwei Meter verbreitert und leitet seither zum Torbogen. Am 25. August 1878 erhielt die Vitischanze " volkstümlichen Charakter", wie das Osnabrücker Tageblatt im Jahr 1960 berichtet: Eine Gaststätteöffnete hier ihre Pforten. Auch zur Zeit des historischen Fotos, das um 1909 entstanden ist, vergnügten sich in dem Gebäude alle Kreise der Bürgerschaft.

Mehrfach wurde die Vitischanze seither umgebaut. Zuletzt im Jahr 2000, als die Spielbank einzog. Die Idee des Entwurfs von Architekt Wilhelm Pörtner war, dass sich der Neubau von der historischen Substanz deutlich abhebt.

Um 1909 entstand dieses Bild der Vitischanze mit der Hasebrücke und dem Barenturm. Foto: Rudolf und Emil Lichtenberg

Ein Spielkasino ist heute in dem alten Gemäuer und hinter der modernen Glasfassade zu finden. Foto: Gert Westdörp

Autor:
Marie-Luise Braun


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