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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Holz ist viel zu schade zum Verbrennen
Zwischenüberschrift:
Energiepreise und die Folgen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Holz ist viel zu schade zum Verbrennen

Energiepreise und die Folgen

fhv BAD IBURG.
Die Waldbesitzer in Deutschland haben endlich wieder gute Laune: " Wir profitieren vom Wärmemarkt", sagt Johannes Meyer zum alten Borgloh, Vorsitzender der Waldschutzgenossenschaft Osnabrück-Süd. Dabei ist die Nachfrage nach Brennholz mittlerweile so groß, dass die Holz verarbeitende Industrie schon in die Preis-Klemme gerät.

Trotz Schneebruchs und Borkenkäfer - Problemen, trotz Sorgen um ausbleibende EU-Fördergelder für die Waldkalkung oder eine permanente Strukturreform im Land Niedersachsen, von der auch die beratenden Forstämter der Landwirtschaftskarnmer betroffen sein könnten: In seinem Rechenschaftsbericht vor den Mitgliedern der Waldschutzgenossenschaft schlug deren Vorsitzender optimistische Töne an: " Die Preisspirale geht endlich wieder nach oben", sagte Johannes Meyer zum alten Borgloh. Die große Nachfrage beim Brennholz treibt die Holzpreise auf breiter Front nach oben.

Das wird allerdings nicht überall in der Holzindustrie mit Freude gesehen. Interessante Zahlen aus seiner Branche legte der Sägewerksbesitzer Martin Hagensieker aus Bad Essen den Vertretern der rund 1500 Waldbesitzer (die auf 9000 Hektar Wald jährlich etwa 30000 Festmeter Holz ernten und vermarkten) in seinem Referat auf den Tisch: " Es herrscht große Unruhe am Holzmarkt", so seine Zusammenfassung.

Denn der Rohstoff Holz sei eigentlich " viel zu schade zum Verbrennen", so Hagensieker. Buchen oder Eichenstämme - wie geschehen - nach China zu verschiffen und dann in Form von Möbeln wieder zu reimportieren sei " volkswirtschaftlich desaströs" und führe nicht nur zum Verlust von Arbeitsplätzen, sondern zum Tod ganzer Industriezweige.

Denn innerhalb der nächsten zehn Jahre werde sich der internationale Holzmarktals Folge der Globalisierung angeglichen haben, so die Prognose von Martin Hagensieker. " Bereits jetzt kann der Tropenwald nicht mehr genug Holz für die Fensterbauer liefern. Sie weichen von Meranti auf Laminate aus."

So werden heute auch die Weichen für die Zukunft gestellt. Hagensieker jedenfalls, der in Bad Essen jährlich bis zu 20000 Festmeter Buche, Eiche und Esche verarbeitet, setzt entschlossen auf den heimischen Rohstoff: " Nachhaltige Verfügbarkeit wird bald das wichtigste Kriterium sein."

Holz ist ein wertvoller Rohstoff, sagt Sägewerker Martin Hagensieker in Wehrendorf bei Bad Essen.
Autor:
fhv


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