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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Vertragsbruch: Ahorn gefällt
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Aufregung um geschützten Laubbaum direkt neben dem Botanischen Garten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Vertragsbruch: Ahorn gefällt

Aufregung um geschützten Laubbaum direkt neben dem Botanischen Garten

Der stattliche Ahorn (unterer Bildrand, Mitte) direkt am Botanischen Garten auf dem Westerberg steht nicht mehr. Das Luftbild ist im Juni 2006 entstanden.
Archiv Foto Gert Westdörp

we OSNABRÜCK.
Unzählige Bäume stehen im Stadtgebiet, und normalerweise fallen die grünen Lungen auch nicht besonders auf - es sei denn, sie glänzen plötzlich nicht mehr an vertrauter Stelle mit Pracht und Farbenspiel. Ein solcher Baumverlust ist vom Randbereich des Botanischen Gartens zu vermelden und hat eine brisante Note: Der 70 Jahre alte und über 12 Meter hohe Ahorn war vertraglich geschützt.

Zwischen dem Eigentümer des direkt an den Botanischen Garten grenzenden Grundstücks, Professor Dr. Erhard Mielenhausen, und der Stadt besteht ein Vertrag, dass der Baum erhalten werden muss. Eine Vereinbarung, die beim Verkauf der Fläche getroffen wurde, die bis Mitte der Achtziger ein idyllisch gelegener Obstgarten war. Ursprünglich sollten damals sogar drei größere Bäume von der Bauplatz-Säge verschont bleiben doch nur hinsichtlich des damals 50 Jahre alten Ahorns wurde die Erhaltung letztlich per Vertrag festgeschrieben.

Zum Anfang November vollzogenen Baumfalls steht Aussage gegen Aussage. Eigentümer Mielenhausen, Präsident der Fachhochschule Osnabrück, sagt: " Das war kein schützenswerter Baum. Der Ahorn war für das Grundstück einfach zu groß und beschattete drei Viertel unseres Gartens". Das Exemplar, das im Herbst durch seine intensive Blattverfärbung stets ein bisschen Indian-Summer-Flair verbreitete, habe auch nicht ins Bepflanzungskonzept Nordamerika des benachbarten Botanischen Gartens gepasst. ImÜbrigen sei die Fällaktion mit der Stadt abgesprochen gewesen. Mit wem, wollte Mielenhausen nicht sagen.

" Wir sind von der Aktion überrascht worden und prüfen, welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen"
Wolfgang Griesert, Stadtbaurat

Den zuständigen Fachstellen in Stadt- und Rathaus ist von einer Absprache nichts bekannt. Stadtbaurat Wolfgang Griesert, in dessen Zuständigkeitsbereich " Grün und Umwelt"- Fragen fallen: " Ich habe in dieser Hinsicht keine Information. Wir sind von der Aktion überrascht worden und prüfen, welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen, da der Bestand des Baumes vertraglich abgesichert war".

Auch der Erste Stadtrat Karl-Josef Leyendecker, dem als Kämmerer der städtische Eigenbetrieb Immobilien und Gebäudemanagement untersteht und der unter anderem für die städtischen Grundstücksverträge zuständig ist, weiß nichts von einer Absprache: " Ich höre zum ersten Mal von diesem Baum." Denkbare Konsequenzen, die für den Baumfäller aus Sicht des Immobilien-Eigenbetriebs in Betracht kommen: ein Bußgeld oder eine Neupflanzung.

Erhard Mielenhausen ist von der Aufregung um den Ahorn völlig überrascht: " So ein Baum steht in hundertfacher Form im Bereich des Botanischen Gartens rum."

Der stattliche Ahorn (unterer Bildrand, Mitte) direkt am Botanischen Garten auf dem Westerberg steht nicht mehr. Das Luftbild ist im Juni 2006 entstanden.
Archiv Foto Gert Westdörp
Autor:
we


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