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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Auf Wunsch auch Grabkammern und Baumgräber
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Stadt will Friedhofssatzung ändern
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Auf Wunsch auch Grabkammern und Baumgräber

Stadt will Friedhofssatzung ändern

Von Arne Köhler

Osnabrück
Die Verwaltung plant eine grundlegende Reform der städtischen Friedhofssatzung. Den Bürgern soll dadurch bei der Wahl der letzten Ruhestätte ein deutlich größerer Spielraum eingeräumt werden. Auch die Friedhofsgebühren werden sich voraussichtlichändern.

Diese Pläne stellt der Leiter des Fachdienstes Friedhöfe, Wolfgang Pfeiffer, zurzeit in den Ortsräten vor. Demnach wird es auf den städtischen Friedhöfen demnächst neue Grabformen geben. Dabei sollen " Bürgerwünsche, aber auch Interessen der Friedhofsverwaltung" berücksichtigt werden, betont Pfeiffer.

So besteht derzeit normalerweise nur die Wahl zwischen einem anonymen Gräberfeld, einem Reihengrab oder einem Wahlgrab, dessen Standort auf dem Friedhof selbst ausgesucht werden kann. Viele Bürger wünschten sich aber " einen Zwischenweg", berichtet Pfeiffer.

Daher solle es künftig in Osnabrück auch Urnengemeinschaftsgräber geben. Für die Angehörigen bestehe bei dieser Bestattungsform keine Verpflichtung zur Pflege. Es könnten aber Tafeln mit den Namen der Verstorbenen angebracht werden. Auch tot geborene Kinder oder verstorbene Säuglinge unter 500 Gramm, für deren Beerdigung die Friedhofssatzung derzeit noch keine eigene Grabform vorsieht, sollen in Zukunft in Urnengräbern oder Kinderreihengräbern bestattet werden können.

Zunehmender Beliebtheit erfreut sich die aus der Schweiz stammende Idee des so genannten " Friedwaldes": Eine biologisch abbaubare Urne mit der Asche eines Verstorbenen wird direkt an der Wurzel eines Baumes vergraben. Dieses Konzept greift nun auch die Stadt auf. Sie möchte künftig auf geeigneten Friedhöfen Baumgräber anbieten. Einerseits, um der Nachfrage nach dieser von vielen als besonders naturnah empfundenen Form der Bestattung nachzukommen, andererseits aber auch, um die " Abwanderung" in umliegende " Friedwälder" zu verhindern. " Wir verlieren Gebühreneinnahmen", so Pfeiffers offene Begründung.

Speziell für die Gruppe der Zigeuner will die Stadt künftig den Bau von Grabkammern anbieten. Denn nach der Tradition von Sinti, Roma und anderen Volksgruppen darf die Erde den Sarg nicht berühren. Auch jeder andere Bürger kann sich nach den Worten Pfeiffers ein solches (kostspieliges) Grab einrichten lassen.

Mehr Freiraume sollen die Angehörigen künftig bei der Grabgestaltung haben. So ist beispielsweise die Aufhebung des Verbotes geplant, Grabstätten durch Steine oder andere Materialien einzufassen.

Schließlich soll es in Zukunft möglich sein, Grabstätten schon zu Lebzeiten zu erwerben. In diesem Zusammenhang ist an Pfeiffer auch der Wunsch herangetragen worden, die Nutzungszeiten von bisher maximal 40 auf bis zu 99 Jahre zu verlängern. Als " Beiwerk" zur Satzungsänderung werde es auch eine neue Friedhofsgebührensatzung geben, stellt der oberste Friedhofsverwalter in Aussicht. " Die Tendenz der neuen Preisstruktur: Urnengräber werden teurer, Erdbestattungen werden günstiger." Mit einem Beschluss im Stadtrat rechnet Pfeiffer nicht vor November.

DER WALDFRIEDHOF DODESHEIDE: Auch für diesen städtischen Friedhof könnte bald eine neue Satzung gelten. Foto: Arne Köhler
Autor:
Arne Köhler


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