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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Der Flughafen Osnabrück ist zum Baustofflager geworden
Zwischenüberschrift:
Zeitreise im Hafen
 
Gustav Tweer: Als die Nazis kamen, war es mit der Flieger-Herrlichkeit auf der Netter Heide erst einmal vorbei
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zeitreise im Hafen

Der Flughafen Osnabrück ist zum Baustofflager geworden

Gustav Tweer: Als die Nazis kamen, war es mit der Flieger-Herrlichkeit auf der Netter Heide erst einmal vorbei

Hafen (tos)
Wer heute das Eckgrundstück Fürstenauer Weg / Schleusenweg im Osnabrücker Stadtteil Hafen betrachtet, ahnt kaum, dass hier einst wagemutige Pioniere die Anfänge der Geschichte der Osnabrücker Luftfahrt schrieben. Lediglich die Flugzeughalle erinnert noch an diese kurze Ära, die um das Jahr 1911 begann und 1933 abrupt endete.

Der inzwischen braunweiß gestrichene Hangar wurde um 1915 als Flugzeughangar errichtet und gilt heute als eine der ältesten noch existierenden Flugzeughallen Deutschlands. Eigentlich ist der architekturgeschichtlich bedeutende Betonskelettbau mit der hölzernen Dachbinderkonstruktion ein Fall für die Denkmalpflege und müsste als Dokument des technischen Fortschritts zwischen den Weltkriegen entsprechend gesichert werden.

Mit dem Ende des Flugbetriebes wurde die Halle jedoch zweckentfremdet. Anstrengungen, die historische Halle als Museum zu nutzen, scheiterten bislang an finanziellen Mitteln.

Es ist kaum vorstellbar, dass auf dem inzwischen zugebauten Gelände im Nordwesten der Stadt einmal regelmäßig Flugzeuge starteten und landeten. In seiner kurzen Geschichte erlebte der Platz auf der Netter Heide eine ganze Reihe tollkühner Flieger und mutiger Geschäftsleute. Der erste Flugpionier war der erst 16-jährige Ernst Friedemeyer. Er baute hier einen Schuppen, in dem er seinen Aeroplan, einen Doppeldecker mit Gitterschwanz, montierte. Bis zu 80 Meter Flughöhe erreichte der junge Mann mit seiner Konstruktion, bis sein Kompagnon Hermann Patberg eines Tages eine Bruchlandung hinlegte.

Berühmt wurde ein anderer Flieger der Netter Heide: Der Osnabrücker Gustav Tweer war zwischen 1912 und 1914 in ganz Deutschland als " Sturz- und Schleifenflieger" bekannt.

Nach dem Ersten Weltkrieg pachtete Max Schüler das Gelände, richtete hier seine " Luftreederei" ein und bot Rundflüge an. Schüler war ein geschickter Konstrukteur. Er arbeitete an der Konstruktion eines aerodynamischen " Tropfenmotorrads", das auf dem Foto aus der Zeit abgebildet ist. Zeitgenossen berichteten jedoch, das stromlinienförmige Gefährt habe nur " geklappert und gelärmt".

Neben der Sportfliegerei war die Netter Heide ab 1926 auch Ziel für Verkehrsmaschinen. Die Ära der Osnabrücker Linienluftfahrt endete, als die Netter Heide mit Kasernen der Wehrmacht bebaut wurde.

DAS TROPFENMOTORRAD des Max Schüler war eines der abenteuerlichen Projekte, die auf der Netter Heide entstanden sind. Foto: Archiv

HEUTE EIN BAUSTOFFLAGER: Die Halle auf der Netter Heide ist eines der ältesten noch existierenden Flughafengebäude in Deutschland. Foto: Jörn Martens
Autor:
tos


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