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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Hohltaube brütet sogar im Piesberger Steinbruch
Zwischenüberschrift:
Dieser Vogel ist kein Stadtbewohner und fällt kaum auf
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Hohltaube brütet sogar im Piesberger Steinbruch

Dieser Vogel ist kein Stadtbewohner und fällt kaum auf

Von Gerhard Kooiker

Hohltauben sind Höhlenbrüter Sie brüten bei uns normalerweise in den natürlichen Höhlen alter Bäume. Im Piesberger Steinbruch jedoch hat sich eine kleine Brutpopulation etabliert. Die Vögel nisten in den Höhlen und Nischen einer steil abfallenden Felswand.

Die Hohltaube hat die Größe einer Brieftaube. Sie ist ein unspektakulärer Vogel und daher in der Bevölkerung weitgehend unbekannt. Kein Mensch begrüßt die Taube im März und April als Frühlingsbote, und keiner erfreut sich an ihrem unscheinbaren, graublauen Gefieder, geschweige denn an ihrem belanglosen Gesang.

Während der Brutzeit lebt sie meist heimlich und versteckt im Blätterdach hoher Bäume, wo sie zeitweise ihren leisen zwei- bis dreisilbigen Gesang vorträgt. Während der Nahrungssuche tippelt sie auf Feldern umher, gelegentlich zwischen Ringeltauben. Oft wird sie übersehen oder gar nicht als Hohltaube erkannt. Mitunter ist eine Unterscheidung von jungen Ringeltauben, denen der weiße Halsring fehlt, kaum möglich.

Die Hohltaube ist kein Stadtbewohner wie ihre Schwestern, die Ringel- und die Türkentaube. Die der Innenstadt nächsten Brutplätze liegen im Bürgerpark. Hier wurden eigens für sie Nistkästen aufgehängt, die ihr aber von den Dohlen streitig gemacht werden. Als Höhlenbrüter ist die Taube überwiegend auf das Vorkommen alter Schwarzspechthöhlen angewiesen, die sie als " Nachfolgemieterin" bezieht. Wichtigster Höhlenbaum in Osnabrück ist die Buche. Die meisten Brutplätze befinden sich daher in den großen Wäldern mit entsprechendem Buchenaltholz. Daneben werden, wie an der Düte in Hellern, auch kleine Feldgehölze oder Auwaldstreifen angenommen, wenn sie entsprechende alte Bäume (meist Weiden und Pappeln) mit ausgefaulten Bruthöhlen aufweisen.

Hohltauben als Felsbrüter sind in unsere Region schon eine Besonderheit. Auf den friesischen Inseln brüten sie sogar unterirdisch in Kaninchenbauten, was für ihre hohe ökologische Anpassungsfähigkeit spricht. Seit wann sich die Vögel nun im Piesberger Steinbruch angesiedelt haben, ist unbekannt. Will man sie beobachten, dann steigt man am besten von der Lechtinger Seite aus hoch und lässt den Blick von der Aussichtsplattform schweifen. Neben den Hohltauben wird man auch Hausrotschwänze und Bachstelzen und mit viel Glück sogar den Uhu beobachten können, die alle in der schroffen Steilwand brüten.

VON DER RINGELTAUBE schwer zu unterscheiden: die Hohltaube in ihrem graublauen Gefieder.
Foto: Robert Groß
Autor:
Gerhard Kooiker


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