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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Bauen am Grünen Finger: Darf man das?
Zwischenüberschrift:
Städtebauer sind dafür Team aus Köln und Berlin gewinnt den Wettbewerb für die Knollstraße
Artikel:
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Originaltext:
OSNABRÜCK. Die einen setzen gleich 880 Wohnungen auf die Lichtung, die anderen lassen es bei 146 bewenden. In den städtebaulichen Wettbewerb für das Entwicklungsgebiet am östlichen Teil der Knollstraße sind sehr unterschiedliche Denkansätze eingeflossen. Gestern wurden die Sieger in der Alten Turnhalle der Fachhochschule ausgezeichnet.

" Der grüne Finger im Nordosten der Stadt - ist das der Ort, wo man bauen darf und kann?" Diese Frage warf Prof. Oliver Hall gleich zu Beginn seiner Rede auf, um sie mit einem vorsichtigen Ja zu beantworten. Allerdings unter der Prämisse, dass Rücksicht auf die landschaftlichen Strukturen und die ökologischen Werte genommen wird. Nach Ansicht der Jury ist ihm das gelungen: Halls Planungsbüro Astoc aus Köln hat zusammen mit den Landschaftsarchitekten von Lützow 7 aus Berlin den Wettbewerb gewonnen.

Drei Baufelder und in der Mitte ein grüner Platz: Mit diesem Entwurf hat das Team Astoc/ Lützow 7 den städtebaulichen Wettbewerb für die Fläche an der östlichen Knollstraße gewonnen. Zur Orientierung: Links unten befindet sich die Kreuzung Knollstraße/ Haster Weg, rechts oben der Waldfriedhof Dodesheide.

" Ausgehend vom Haster Weg, werden drei klar strukturierte Cluster mit Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern entwickelt, die die Entstehung von überschaubaren Nachbarschaften erwarten lassen", heißt es in der Beurteilung des Preisgerichts. Diese drei Cluster - Hall nennt sie auch " Hauptbaufelder" - umschließen eine zur Landschaft geöffnete zentrale Grünzone mit einer Kindertagesstätte und einem Platz zum Feiern. Der vorhandene Bauernhof soll als eigenständiges Bauwerk stehen bleiben und " weiterentwickelt" werden. Markante Elemente des Entwurfs sind die offenen Gräben für die Regenentwässerung und ein kleiner Teich im Südwesten der Siedlung. Die Landschaftsarchitektin Cornelia Müller vom Team Lützow 7 wies darauf hin, dass die Pläne vom Luftbild abgeleitet worden seien, um möglichst viel Grün zu erhalten.

Der Entwurf von Astoc und Lützow 7 ist für 450 Wohnungen ausgelegt. Das ist weniger als bei den meisten anderen eingereichten Arbeiten. Der Durchschnitt liegt bei 520 Wohneinheiten. Entsprechend geringer wäre auch der Flächenverbrauch: Beim Sieger-Entwurf bliebe ein Anteil von 41 Prozent für Grünflächen erhalten, im Durchschnitt der eingereichten Arbeiten waren es nur 36 Prozent.

Den Wettbewerb hat die Niedersächsische Landgesellschaft NLG im Auftrag der Stadt ausgelobt. Geschäftsführer Thorsten Hiete kündigte an, dass die NLG in den nächsten Jahren 20 Millionen Euro in die geplante Wohnsiedlung investieren wolle. Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip betonte: " Es ist wichtig, dass wir mit diesem Baugebiet schnell an den Markt kommen."

Ein Vertreter der Grundstückseigentümer sprach von einem " historischen Tag" und erinnerte daran, dass es vor Jahrzehnten Pläne gegeben habe, auf dem Gelände die Universität zu bauen.

Auch die Neue Heimat Städtebau sei an der Fläche interessiert gewesen.

Ausstellung

Die Entwürfe für den städtebaulichen Wettbewerb " Knollstraße" sind ab heute täglich von 7 bis 19 Uhr in der Alten Turnhalle der Caprivikaserne zu sehen (Caprivistraße 30 A, zu Fuß erreichbar von der Blumenthalstraße). Die Ausstellung endet am Sonntag, 15. Oktober.

Zurück zur Realität

Wohnen, wo es grün ist, wer wollte das nicht? Die Teilnehmer des Wettbewerbs haben tolle Ideen für eine schicke Siedlung an der Knollstraße entwickelt. Und sie haben sich redlich bemüht, den grünen Finger zu schonen, der sich bis in die Gartlage zieht Aber die genialste Planung kann nicht verhindern, dass dieser grüne Finger stark angeknabbert wird. Da gibt es nichts zu beschönigen: Bauen zerstört nun einmal die Landschaft. Wenn sich die Stadt dazu entschließt, muss sie triftige Gründe haben. Klar, mit der großflächigen Ausweisung neuer Baugebiete soll die Abwanderung junger Familien ins Umland gestoppt werden. Aber welchen Sinn macht die Zerstörung eines grünen Fingers, wenn die Briten in knapp drei Jahren ihre Zelte in Osnabrück abbrechen? Dann stehen auf einmal riesige Flächen zur Verfügung.

Als die Pläne für das Wohngebiet an der Knollstraße auf den Weg gebracht wurden, wusste noch niemand, wann es so weit ist. Die Planungsmaschine kam ins Rollen, wurde immer schneller und entfernte sich immer weiter von der Realität. Es ist an der Zeit, noch einmal nachzudenken.

Blick Richtung Süden in den Wohnweg

Zukunftsvision: ein Detail aus dem preisgekrönten Entwurf des Teams Astoc/ LOtzow 7.

Das größte Wohnungsbauprojekt der Stadt

Vom größten Wohnungsbauprojekt in Osnabrück ist hier die Rede: Am östlichen Ende der Knollstraße will die Stadt auf einem 35 Hektar großen Areal eine Siedlung für mehrere hundert neue Eigenheime schaffen. Das Vorhaben war von Anfang an umstritten, weil das Plangebiet zum grünen Finger gehört, der sich von Beim bis in dieGartlage zieht. Mit den Stimmen von CDU und FDP hat der alte Rat den FIächennutzungsplan geändert, um das Bauvorhaben auf den Weg zu

bringen. Der nächste Schritt soll die Aufstellung eines Bebauungsplans mit entsprechender Bürgerbeteiligung sein. Dieses Verfahren will der Fachbereich Städtebau Anfang 2007 angehen, wie Fachbereichsleiter Franz Schürings gestern erklärte. Bislang gibt es keinen Beschluss für eine Bebauung des Geländes. Denkbar ist auch, dass die neue Mehrheit im Rat das Projekt nicht weiterverfolgt. Immerhin hatten sich SPD und Grüne bislang gegen die Pläne ausgesprochen.

Falls der Rat grünes Licht für eine Siedlung an der Knollstraße gibt, wird sich der Bebauungsplan voraussichtlich an dem Siegerentwurf aus dem städtebaulichen Wettbewerb orientieren. Dieser Wettbewerb wurde von der NLG im Auftrag der Stadt organisiert. 397 Büros bewarben sich, 20 durften teilnehmen (sechs gesetzt. 14 ausgelost). Am Ende wurden aber nur 17 Arbeiten abgegeben.

Den 1. Preis, dotiert mit 14000 Euro, erhielt die Arbeitsgemeinschaft Astoc/ Lützow 7 (Köln/ Berlin). Platz 2 (10 000 Euro) ging an die Architektengruppe Stadtraum aus Düsseldorf und die Landschaftsarchitekten Stefan Villena y Scheffler aus Langenhagen. Mit dem 3. Preis (7000 Euro) wurden Jany Kernche Architekten aus Wuppertal ausgezeichnet mit einem Anerkennungspreis (5000 Euro) würdigte die Jury das Architektenteam Twoo aus Köln. Vorsitzende des Preisgerichts war Prof. Julia Bargholz aus Oldenburg, rll
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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