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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Welche Vögel verursachen die unappetitlichen Spuren?
Zwischenüberschrift:
Kurt Behre ist die Lust auf Kuchen im Garten vergangen
Artikel:
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Originaltext:
Welche Vögel verursachen die unappetitlichen Spuren?

Kurt Behre ist die Lust auf Kuchen im Garten vergangen

Hellern (hpet)
Sommer: Da könnte man auf der Terrasse bei Kaffee und Kuchen sitzen. Während sich viele in der wärmsten Jahreszeit unbeschwert entspannen, gehen die Blicke von Kurt Behre und seiner Frau öfter nach oben. Denn selbst bei blauem Himmel kommt es in ihrem Garten regelmäßig zu gelben, unangenehm riechenden Niederschlägen. Der Diplom Ingenieur hat einen ungeheuren Verdacht: Flugzeuge entsorgen ihre Exkremente über der Stadt.

Als Beleg verweist er auf die schräge Fensterfront seines Wintergartens. Sie ist übersät mit kleinen gelbbraunen Fäden. " Würmchen" nennt Behre sie. " Dabei haben wir erst vor drei Wochen die Fenster geputzt." Ein unappetitliches Thema.

Angefangen habe es schon vor 20 Jahren, als er und seine Frau nach Hellern zogen.
Schon damals sei die Wäsche, die sie zum Trocknen rausgehängt hätten, nicht weiß geblieben. Dann blieben die Verunreinigungen über Jahre hinweg aus. Erst vor drei bis vier Jahren sei es dann wieder schlimmer geworden.

Zuerst habe er, wie die Nachbarn auch, Vögel für die Übeltäter gehalten. " Die können das aber nicht sein", ist sich Behre inzwischen sicher. " So viele gibt es hier gar nicht." Kondensstreifen dagegen reichlich. Rund 100 Flugzeuge täglich kreuzen über Osnabrück, hat die Flugsicherung in Offenbach gezählt. Weitere kommen dazu, weil immer mehr Flieger durch Satellitennavigation ihre Routen abkürzen, erklärt Sprecherin Anja Tomic. Seit wann? Seit drei bis vier Jahren.

Behre stellte Nachforschungen an: Er rief bei Flugzeugbauer Airbus an. Die Antwort hatte er erwartet: Die Toilettenrückstände würden an Bord in einem Behälter gesammelt und erst am Boden entsorgt. Der Niederschlag könne nicht von Flugzeugen stammen. Den Helleraner überzeugt das längst nicht: " Es stört mich, dass man für dumm verkauft wird."

Ein Airbus-lngenieur habe ihm gesagt, dass an einem Konzept gearbeitet werde, die Fäkalien während des Fluges in die Turbinen einzudüsen. Das würde die Fäden nach Ansicht von Behre erklären. Ein Airbus-Sprecher kann diese Methode nicht bestätigen: " Das gibt es bei unseren Flugzeugen nicht. Es wird auch nicht getestet." Für andere, insbesondere russische Maschinen könne er aber nicht sprechen.

Behre will der Sache auf den Grund gehen. Er hat den Gesundheitsdienst von Stadt und Landkreis um Hilfe gebeten. " Die haben angeboten, die Fäden zu untersuchen."

Burkhard Riepenhoff, Sprecher des Landkreises, bestätigt das. Wenn Kurt Behre Proben zur Verfügung stelle, würde der Gesundheitsdienst sie kostenfrei untersuchen. So ließe sich zumindest feststellen, ob die Spuren von von Vögeln stammen oder nicht.

MINDESTENS 100 FLUGZEUGE werden täglich im Luftraum über Osnabrück gezählt. Ob sie dabei unappetitlichen Ballast verlieren? Foto: Archiv

NICHTS GUTES kommt von oben, meint der Helleraner Kurt Behre, der sich über gewisse Streifen wundert.
Foto: Gert Westdörp
Autor:
hpet


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