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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
An der frischen Luft fühlt sich die Wollsau sauwohl
Zwischenüberschrift:
Schülerinnen der Ursulaschule forschen über das Thema "artgerechte Tierhaltung" von Schweinen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
An der frischen Luft fühlt sich die Wollsau sauwohl

Schülerinnen der Ursulaschule forschen über das Thema " artgerechte Tierhaltung" von Schweinen

Innenstadt (andi)
Sie sehen auf den ersten Blick in ihren städtischen Klamotten nicht wie Schweine - Expertinnen aus. Aber dann fallen die Gummistiefel auf - und die Selbstverständlichkeit mit der Rosa Landwehr und Karina Köhne über den Zaun in den Dreck steigen: Die beiden Zwölftklässlerinnen der Ursulaschule haben für ihre Facharbeit im Leistungskurs Biologie über Schweine geforscht.

Möglich wurde das durch eine Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Osnabrück, die auf ihrem Bioland-Versuchsbetrieb Waldhof die passenden Bedingungen für diese Arbeit hat. " Folgen der Schweine-Outdoor-Haltung für das Verhalten von Schweinen" hieß Karinas Thema. Ihre zentrale Frage: Wie verhalten sich Hausschweine in artgerechter Haltung?

" Ich hab mir erst mal einen konventionellen Schweinemastbetrieb angeguckt", erzählt Karina, " um auch darüber realistisch berichten zu können." Außerdem habe sie in der Fachliteratur und im Internet recherchiert. Durch die Beobachtung der fünf Waldhofer Wollschweine (Mangalitzas) fand sie bestätigt, was sie gelesen hatte: " Im Vergleich mit konventionell gehaltenen Schweinen können die hier tun, was sie wollen, beispielsweise wühlen sie viel", sagt Karina. Die uralten Instinkte lassen sich also nicht so einfach wegzüchten.

Jugend forscht im Viertel

Ebenso wie Karina hat auch Rosa über die Folgen der Outdoor-Haltung geforscht. Bei ihr stand der Boden, auf dem die Schweine leben, im Zentrum des Interesses. Und ebenso wie Karina, die feststellen musste, dass die Zeit zur Verhaltensbeobachtung der Schweine ganz schön knapp wurde, hat auch Rosa die Tücken des Forscherlebens kennen gelernt: Mit dem verwendeten Schnelltest aus der Apotheke konnte sie die gewünschten aussagekräftigen Ergebnisse über den Nitratgehalt des Bodens nicht erreichen.

Außer dem neuen Fachwissen über Schweinehaltung hat Rosa so die Erkenntnis gewonnen, dass ein Schnelltest sich kaum für groß angelegte landwirtschaftliche Forschungen eignet. " Das ist auch eine wichtige Erfahrung", kommentiert Prof. Dr. Robby Andersson von der Fachhochschule Osnabrück, der sich auch künftig für die Zusammenarbeit mit Schulen stark machen will: " Damit die Leute schon früh eine Vorstellung davon haben, was das Studium bedeutet."

Karina und Rosa Jedenfalls haben einen guten Eindruck bekommen: " Ich habe mich das erste Mal so mit Landwirtschaft beschäftigt", sagt Rosa, " jetzt hab ich da schon einen anderen Blickwinkel." Und Karina will vielleicht sogar Tiermedizin studieren - da wird ihr das Wissen über Schweine und deren artgerechte Haltung sicher nützen.

Zur Sache

Artgerechte Outdoor-Haltung

In der konventionellen Schweinehaltung stehen jedem Schwein 0, 8 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Die Schweine stehen auf Spaltböden zur automatischen Dung-Entsorgung. Es gibt eine automatisierte Fütterung, gleich bleibende Temperatur um 20° C, gleich bleibende Lichtverhältnisse und Spielzeuge für die Schweine zur Stressvermeidung.
Die " Outdoor-Haltung" versucht, die natürlichen Instinkte der Schweine zu berücksichtigen und sie artgerecht zuhalten. Auf der Waldhof-Weide haben die ganzjährig dort gehaltenen Schweine kleine, strohbestreute Hütten als Schutzräume. Die übrige Weide haben die Tiere nach ihren Bedürfnissen in verschiedene Bereiche aufgeteilt - einen zum Suhlen, einen zum Fressen, einen zum Koten.

DIE TÜCKEN DER WISSENSCHAFT haben Rosa Landwehr und Karina Köhne bei ihren Forschungen entdecken müssen. Nicht jeder Versuch klappte auf Anhieb. Fotos: Gert Westdörp

SAUSTARK: Diese Wollschwein-Mama lebt mit ihren Ferkeln auf dem Bioland-Versuchsbetrieb Waldhof der Fachhochschule Osnabrück. Hier zwischen grünen Wiesen und Matsch zum Suhlen fühlen sie sich wohl.
Autor:
andi


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