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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Heftiger Kampf für das "Ahnenbild der Stadt"
Zwischenüberschrift:
Osnabrück im April 1905: Der Dürerbund macht mobil gegen die "Häuser ohne Unterleib"
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Heftiger Kampf für das " Ahnenbild der Stadt"

Osnabrück im April 1905: Der Dürerbund macht mobil gegen die " Häuser ohne Unterleib"

Von Christiana Keller

Osnabrück
Noch einmal nahm der Winter einen Anlauf und bescherte der Region am 8. April Schnee wie sonst nur im Dezember. Der Frost kam deftig und unverhofft, sogar Eisblumen an den Fenstern erblühten wieder. Der Schaden für die Vegetation und die wild lebenden Tiere schien beträchtlich.

Dringend erging daraufhin der Apell an alle Leser des Osnabrücker Tageblattes, den Vögeln Futter zu streuen: Küchenabfälle, alte Äpfel, Brot, Fleisch - denn die Zugvögel waren bereits alle da und mussten bei diesem Wetter darben.

Wieder war in den Blättern zu lesen, dass täglich hunderte, oft tausende russische Auswanderer den Osnabrücker Hauptbahnhof passierten. Die hygienischen Gegebenheiten im Bahnhof waren dafür nicht ausgelegt, und man sorgte sich um etwaige ansteckende Krankheiten.

Regierungs-Baumeister Hensen hielt vor dem Dürerbund einen Vortrag über die " Entwicklung alter Stadtbilder", eine Fotoausstellung war mit dem Vortrag gekoppelt und lockte für zehn Tage die interessierten Besucher in das städtische Museum. Neben Osnabrück behandelte das Thema Hildesheim, Münster, München und Berlin.

Das Besondere am Vortrag war, dass Hensen darauf hinwies, dass nicht alles abgerissen werden müsse, um schönen Läden Platz zu machen: Manche alten Häuser stünden dann wegen der Schaufensterunterbauten scheinbar auf " dünnen Beinchen".

Gerade auch in Osnabrück habe man mit Brutalität und Torheit schon manches Stimmungsbild endgültig zerstört. Besonders die Bier- und Krahnstraße, der Nikolaiort, aber auch die neu gestaltete Georgstraße fand nicht den Beifall des Vortragenden.

" Erhaltet mir den alten Osnabrücker Herrenteichswall so, wie er steht und wie er ist", rief Hensen in das Publikum. Abschließend appellierte Hensen an alle Bewohner von Osnabrück, " das Ahnenbild der Stadt zu erhalten". Dem Publikum schien der Redner aus der Seele zu sprechen.

Schon mehr als 30 Jahre drohte den Leinen-Leggen das komplette Aus. Als häusliches Nebengewerbe wurde die Weberei auch im Umkreis von Aurich, Diepholz, Hoja, Lüneburg und Stade noch immer betrieben. Mit wachsender Konkurrenz der Maschinenspinnereien und den fertigen Baumwollstoffen gingen die Leinen-Leggen ihrem Ende entgegen.

KLEINE GASSEN WURDEN EINKAUFSSTRASSEN: Blick von der Großen Straße in die Georgstraße mit ihren neuen Geschäftshäusern. Postkarte von 1905.
Autor:
Christiana Keller


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