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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Früher eine Chaussee, heute eine viel befahrene Einfallstraße
Zwischenüberschrift:
Zeitreise in der Gartlage
 
An der Bohmter Straße standen einst viele Bäume, und die ersten Industrie- und Versorgungseinrichtungen siedelten sich in der Nähe an
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zeitreise in der Gartlage

Früher eine Chaussee, heute eine viel befahrene Einfallstraße

An der Bohmter Straße standen einst viele Bäume, und die ersten Industrie- und Versorgungseinrichtungen siedelten sich in der Nähe an

Gartlage (tos)
Die Ansichtskarte aus dem Jahr 1907 zeigt einen stadteinwärts gerichteten Blick in die Bohmter Straße. Die Bohmter Straße ist ein Abschnitt der Fernstraße nach Bohmte und Bremen, die bereits 1811 unter Napoleon im Zuge der Fernverbindung Paris-Hamburg zu einer Chaussee erweitert wurde. Heute ist die Bohmter Straße mehrspurig.

Noch heute folgt die Straße ihrem ursprünglichen Verlauf, wurde allerdings mehrspurig ausgebaut und den modernen Verkehrsverhältnissen angepasst. Kein Fußgänger könnte sich hier heutzutage, wie jene auf der Ansicht von 1907, ungefährdet auf der Fahrbahn aufhalten: Die Bohmter Straße ist eine viel befahrene Einfallstraße Osnabrücks. Von der umfangreichen Baumbepflanzung, die Senator Gerhard Friedrich Wagner in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts für diese Straße initiierte, sind nur noch wenige Exemplare erhalten.

Einer der alten Chausseebäume bestimmt jedoch hochgewachsen den Vorgarten des Eckgrundstücks Bohmter Straße / Humboldtstraße, auf dem nun ein schlichtes, mehrstöckiges Wohnhaus steht. Das zweite, in der linken Bildhälfte der alten Aufnahme zu sehende, verspielt gestaltete Gebäude mit Ecktürmchen konnte erhalten werden.

Es fällt noch heute durch seine außergewöhnliche Architektur auf. Auch das markante Eckgebäude im rechten Bildteil, dessen Fassade durch weiß akzentuierte, große Fenster geprägt ist, steht noch an seinem Platz. Rechts neben dem Bau sind die Türme der Herz-Jesu-Kirche zu sehen, der freie Blick auf diese ist inzwischen durch ein Wohnhaus mit hohem Mansarddach verbaut.

Der Vordergrund der Postkarte zeigt die Einmündung in die Liebigstraße. Hier, nördlich der Bohmter Straße, siedelten sich nach Inbetriebnahme des ersten Osnabrücker Bahnhofs (1855) Industrie- und städtische Versorgungseinrichtungen an. Es war die erste planmäßige Stadterweiterung nach dem Fall der Stadtmauer.

Zahlreiche private Betriebe, das städtische Gaswerk, der Schlachthof und die Draht- und Drahtstiftfabrik Witte und Kämper, später fortgeführt unter dem Namen Osnabrücker Kupfer-und Drahtwerk (OKD), wurden im Bereich Sandbach-, Liebig- und Klosterstraße eingerichtet. Diese Straßenzüge sind geprägt vom Gründerzeitstil. Ein Blickfang sind die roten Ziegelsteinfassaden der Reihenhäuser in der Liebigstraße: Die verschachtelten Einfamilien-Reihenhäuser wurden in den zwanziger Jahren als Werkswohnungen des Osnabrücker Kupfer- und Drahtwerkes erbaut. Heute stehen sie unter Denkmalschutz.

DIE BOHMTER STRASSE IM JAHR 1907: Im Zuge einer Femverbindung Paris-Hamburg wurde die Straße unter Napoleon 1811 zu einer Chaussee erweitert Das Foto haben wir dem Buch " Alt-Osnabrück", Band 1, entnommen. Erschienen im Verlag H. Th. Wenner.

DER BAUM AN DER ECKE BOHMTER STRASSE / HUMBOLDTSTRASSE ist der einzige, der noch an die alte Chaussee erinnert.

Foto:
Gert Westdörp
Autor:
tos


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