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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Mängel am Gebäude: Todessturz in Fahrstuhlschacht
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Wohnhaus am Rosenplatz vier Wochen nach Brand noch schwer verwüstet - 64-Jähriger stürzt aus 2. Stock in die Tiefe
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Originaltext:
Mängel am Gebäude: Todessturz in Fahrstuhlschacht

Wohnhaus am Rosenplatz vier Wochen nach Brand noch schwer verwüstet - 64-Jähriger stürzt aus 2. Stock in die Tiefe

Von Kristina Löpker

Osnabrück
Ein 64-jähriger Mann ist am Sonntag durch den Sturz in den Fahrstuhlschacht eines Hauses am Rosenplatz ums Leben gekommen. Das Gebäude gilt als sozialer Brennpunkt. Selbst vier Wochen nach einem Brand weist es noch schwere Verwüstungen auf. Die Bewohner leben seitdem zwischen Schutt und Asche. " Unsoziale Zuständen", beklagt eine Angehörige des Opfers. Die Hausverwaltung schweigt.

Das Wohnhaus am Rosenplatz 1-2 gilt seit längerem als problematisch: Mehrfach brach Feuer aus. Vor kurzem wurde ein Mann in den Keller des Gebäudes gelockt und dort mit Gewalt gezwungen, sein Portemonnaie herauszugeben, berichtete die Polizei.

Vor vier Wochen haben Unbekannte Matratzen im Treppenhaus In Brand gesetzt. Durch die Hitze des Feuers ist der Putz von den Betonwänden geplatzt, Scheiben sind zerbrochen. Und seitdem ist nichts passiert: Staub und Ruß an den Wänden und auf den Stufen, verkokelte Treppengeländer, Türen ohne Griffe. Und im Keller stinken verrottete Müllsäcke. " Dieses Gebäude ist nicht mehr bewohnbar", schimpft Karin Kersten, deren Bruder am Sonntag beim Sturz in den Fahrstuhlschacht ums Leben gekommen ist.

Der Aufzug soll zum Unglückszeitpunkt beschädigt gewesen sein. Dabei soll er noch vor sechs Monaten gewartet worden sein, so habe es ihr die Hausverwaltung erklärt. " Aber die Leute können problemlos daran herumspielen und Schrauben abmontieren", sagt Karin Kersten.

Ähnlich sieht es auch die ermittelnde Staatsanwaltschaft. Offensichtlich seien die Sicherungen der Türen zum Fahrstuhl manipuliert worden, so dass sie sich jederzeit problemlos öffnen ließen, sagt Manfred Manke, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, jetzt auf Anfrage unserer Zeitung.

Die Obduktion habe ergeben, dass der Mann an inneren Verletzungen gestorben sei, die er sich durch den Sturz aus dem zweiten Stockwerk zugezogen hat. Fremdeinwirken konnte nicht festgestellt werden. Die Polizei vermutet, dass der Rentner zuvor Alkohol zu sich genommen hat. Die Untersuchungen laufen jedoch noch. Zurzeit werden Nachbarn befragt und Zeugen gesucht.

Viele Bewohner sind ratlos, und auch für Karin Kersten stellt sich die Frage: Wie konnte ihr Bruder überhaupt in den Schacht stürzen? Er habe in durchaus guten Verhältnissen gelebt, beteuert sie. Er hatte seine Freunde und seine Stammkneipe am Rosenplatz und fühlte sich daher in seinem Apartment wohl, das er noch kostenaufwändig renoviert habe.

Ein Blick in das Gebäude zeigt löchrige Balkonfassaden, zerschlagene Türen und Fensterscheiben: Unzumutbare Zustände, die Gefahren für die Bewohner darstellten, empört sich auch Kersten. Die Bewohner fühlen sich vom Vermieter alleine gelassen. 1990 habe eine Firma aus der Nähe von Berlin das Wohnhaus aus den 60er Jahren übernommen, seitdem sei es bergab gegangen. Bei Problemen mit elektronischen Geräten oder der Heizung sei die Firma untätig geblieben. Die Hausverwaltung jedoch will sich zu den Vorfällen nicht äußern.

Andererseits heißt es, der Fahrstuhl sei TÜV-geprüft und in gutem Zustand gewesen. Angeblich sollen Bewohner den Fahrstuhl mutwillig zerstört haben und auch für andere Missstände im Haus verantwortlich sein.

EIN BILD DER VERWÜSTUNG zeigt sich Karin Kersten im Inneren des Wohnhauses nach dem Brand im Treppenhaus (großes Foto). Ihr Bruder ist in einem zweiten Fahrstuhlschacht des Gebäudes am Rosenplatz (kleines Foto) verunglückt.
Foto: Hermann Pentermann
Autor:
Kristina Löpker


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