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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Niemand kommt aus München, um Pacht zu kassieren
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Kleingärtner an der Rosenburg dürfen auf ihren Parzellen bleiben, aber das hat ihnen bislang niemand gesagt
Artikel:
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Originaltext:
Niemand kommt aus München, um Pacht zu kassieren

Kleingärtner an der Rosenburg dürfen auf ihren Parzellen bleiben, aber das hat ihnen bislang niemand gesagt

Von Petra Stickel

Schinkel
Ihr Vertrag ist abgelaufen, niemand kommt und kassiert die Pacht. Aber die Kleingärtner von der Rosenburg sind einfach auf ihren Parzellen geblieben. Das Gelände gehört der Münchner Immobilienfirma Doblinger (DIBAG), und die darf darauf keine Häuser oder Gewerbehallen bauen, weil die Stadt es so im Bebauungsplan festgelegt hat. Da können sich die Kleingärtner freuen.

Argwöhnisch werden sie beobachtet: " Die halten sich unrechtmäßig auf, hieß es kürzlich in der Jahreshauptversammlung des Bürgervereins Schinkel. " Die zahlen gar keine Pacht mehr", raunten andere. In keinem Verein sind sie organisiert, für ordnungsliebende Zeitgenossen anarchistische Zustände.

Die Kleingärtner, die an der Rosenburg ihr Gemüse anbauen, sind verunsichert. " Wir rechnen jeden Tag mit dem Abriss unserer Lauben", bekundet Mujo Nasic enttäuscht, " aber uns sagt ja niemand was." Mujo Nasic hat bei Klöckner gearbeitet und deshalb vor langer Zeit den Garten zur Verfügung gestellt bekommen. Früher gehörten einige Grundstücke des heutigen Haseparks dem Stahlkonzern. Doch dann kaufte ein Immobilienspekulant die Grundstücke.

Die DIBAG aus München vermarktet die ehemaligen Klöckner-Flächen im Hasepark an Gewerbebetriebe und Baufirmen. An der Bessemerstraße, gleich neben den Kleingärten, entstehen neue Wohnungen. Früher standen dort Garagen, für die auch eine Entschädigung gezahlt wurde. " Doch für unsere Kleingärten haben wir nichts gekriegt", erklärt Nasic. Sein Gartennachbar Wolfgang Fuchs versucht schon seit zwei Jahren, eine Aussage von der DIBAG zu bekommen. Als er einen Kleingarten übernahm, wollte er dies der Münchner Immobilienfirma mitteilen. Doch die DIBAG schien sich nicht für die Kleingärten zu interessieren. " Es stimmt, dass wir bislang nicht für die Gärten zahlen", gibt Wolfgang Fuchs zu. Aber warum soll er zahlen, wenn die Münchner nicht auf seine Briefe reagieren? Mittlerweile haben die Kleingärtner keine Lust mehr, weiter in ihre Gärten zu investieren: " Warum soll ich was anpflanzen, wenn es abgerissen werden könnte", fragt sich Fuchs. Was wird nun aus der Fläche an der Rosenburg?

Michael Grimm von der DIBAG, der die Grundstücke im Hasepark verkauft, sorgt für Klarheit: " Dieses Grundstück wollen wir nicht nutzen. Die Kleingärten bleiben", erklärte er gegenüber unserer Zeitung.

Auch Franz Schürings, der Leiter des Fachbereichs Städtebau, bekräftigt: " Die Fläche an der Rosenburg ist im Bebauungsplan als private Grünfläche für Kleingärtner gesichert. Die Stadt hat nicht vor, den Bebauungsplan zu ändern." Mit anderen Worten: Selbst wenn DIBAG die Fläche nutzen möchte, darf sie es nicht, weil die Stadt dafür Kleingärten vorgesehen hat. Und das bereits seit 1993, denn seit dem Jahr ist der Bebauungsplan in Kraft. Die Kleingärtner haben es nur nicht gewusst. Wolfgang Fuchs traut dem Frieden noch nicht. Aber jetzt geht in seinem Garten die Arbeit weiter.

Eines könnte sich demnächst ändern. Vielleicht kommt Doblinger doch noch, um Pacht zu kassieren.

AUS MÜNCHEN KEINE ANTWORT: Wolfgang Fuchs mit seiner Enkelin Soraya (4) beim Buddeln im Garten.
Foto: Egmont Seiler
Autor:
Petra Stickel


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