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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Nilgans fühlt sich in Gretesch wohl
Zwischenüberschrift:
Paar mit vier Küken am Stadtrand - Dritte neue Brutvogelart in diesem Jahr
Artikel:
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Originaltext:
Nilgans fühlt sich in Gretesch wohl

Paar mit vier Küken am Stadtrand - Dritte neue Brutvogelart in diesem Jahr

Von Gerhard Kooiker

Gretesch
Aller guten Dinge sind drei. Nach Wanderfalke und Weißstorch hat in diesem Jahr auch die Nilgans in Osnabrück erstmals gebrütet. In einem Jahr drei neue Brutvogelarten: Hier darf man durchaus das Adjektiv sensationell verwenden.

Die Nilgans ist nämlich seit dem 20. Jahrhundert die 17. Vogelart, die das Stadtgebiet neu oder wieder besiedelt hat. Also ein Ereignis, welches im Durchschnitt nur alle sechs Jahre eintritt. Andererseits sind in diesem Zeitraum 19 Brutvogelarten in Osnabrück ausgestorben.

Die letzten Jahre deuteten schon an, dass die Nilgans eines Tages Osnabrück besiedeln würde, denn die Tiere wurden vermehrt in unserer Region gesichtet. Insbesondere im Winter und Frühling erschienen immer wieder einzelne Gänse an vielen geeigneten Orten. Bevorzugt werden Teiche mit großen Wasserflächen und mit schilfbestandenen Ufern.

So hielt sich bereits seit April 2004 ein brutverdächtiges Paar im Gretescher Feuchtgebiet auf. Mitte Juni dann wurde das Paar mit vier kleinen Küken beobachtet. Beide Eltern waren sehr nervös und wachsam und schirmten ihre Kinder gegen andere Wasservögel ab. Knapp vier Wochen später suchte die Familie bereits Nahrung auf den angrenzenden Wiesen und Feldern. Später, Mitte August, weideten noch fünf Vögel auf einer nahen Pferdeweide. Die Familie wird noch mindestens bis zum Abzug aus dem Gretescher Brutgebiet zusammenbleiben. Über Zug und Verbleib der Jungvögel ist wenig bekannt.

Das Brutgebiet der Nilgans umfasst Afrika südlich der Sahara und das Niltal (daher Nilgans). In Europa befindet sich seit dem 19. Jahrhundert in Südost-England eine Brutpopulation von Parkvögeln. In Deutschland werden sie schon seit Jahrzehnten regelmäßig beobachtet, wild lebende Vögel brüteten jedoch erstmals 1986 in Nordrhein-Westfalen und 1992 in Niedersachsen. Bereits 13 Jahre später wurde der Brutbestand in Nordrhein-Westfalen für das Jahr 1999 mit 200 bis 1000 Paaren angegeben.

Wir stehen mit Sicherheit erst am Anfang einer Expansion - zum Teil mit gemischten Gefühlen, denn nicht jeder freut sich über diese Bereicherung in der Tierwelt. Die Neubesiedlung der Nilgans kann unsere stark verarmte Vogelwelt um eine Art reicher machen, könnte aber auch eine Veränderung im Artengefüge bis hin zu einer Verdrängung einheimischer Arten im Konkurrenzkampf bewirken. Die weitere Entwicklung sollte daher sorgfältig dokumentiert werden.

Das Gretescher Feuchtgebiet zeigt in diesem Fall einmal mehr, wie enorm wichtig es für unsere Vogelwelt ist. Viele vom Aussterben bedrohte Vögel wurden hier bereits nachgewiesen. Das Gebiet sollte daher dringend als Schutzgebiet ausgewiesen werden.

NEUER BRUTVOCEL IN OSNABRÜCK: Die Nilgans bevorzugt Feuchtgebiete mit Wasserflächen und schilfbestandenen Ufern. Foto: Bernhard Volmer
Autor:
Gerhard Kooiker


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