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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
"Böden müssen wieder Wasser speichern dürfen"
Zwischenüberschrift:
Bodenbündnis äußert sich zu Fluten
Artikel:
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Originaltext:
" Böden müssen wieder Wasser speichern dürfen"

Bodenbündnis äußert sich zu Fluten

" Eine der Hauptursachen für die verheerenden Fluten und deren Folgen liegt im jahrzehntelangen rücksichtslosen Umgang mit Böden": Mit diesen Worten meldete sich jetzt der Vorstandsvorsitzende des Bodenbündnisses europäischer Städte, Kreise und Gemeinden (ELSA), Detlef Gerdts, zu Wort. Der Sitz des Europasekretariats der Organisation befindet sich in Osnabrück.

ELSA ist ein Zusammenschluss europäischer Kommunen, die sich dem Ziel des Bodenschutzes besonders verpflichtet fühlen. Dahinter steht der Gedanke, dass gerade die Kommunen direkten Einfluss auf die Nutzung von Böden nehmen können.

" Konsequenter Bodenschutz kann Hochwasserkatastrophen vorbeugen", betonte Gerdts. So speichere intakter und humusreicher Boden eine große Menge Wasser. Dem stehe weltweit die Versiegelung von bisher unbebauten Flächen gegenüber, und das Abflussproblem infolge fehlender Versickerungsmöglichkeiten werde immer gravierender.

Gerdts erinnerte daran, dass jedes Jahr allein in Deutschland eine Fläche von der Größe Bremens mit Häusern, Gewerbehallen, Parkplätzen und Straßen versiegelt werden. " Aber auch Garageneinfahrten und Gartenterrassen gehören dazu", so der Bodenschützer.

Erschwerend wirke sich aus, dass in den vergangenen Jahrzehnten verstärkt auch in Überschwemmungsgebieten gebaut worden sei. " Es wundert nicht, dass gerade die dort errichteten Gebäude zuerst im Wasser standen", sagte Gerdts.

Er verweist auf die zahlreichen Wasserkatastrophen der vergangenen Monate im In- und Ausland. Noch vor fünf Jahren sei das Oderhochwasser als Jahrhundertflut bezeichnet worden. Die Elbeflut gelte jetzt als Jahrtausenflut. " Welches Flusssystem wird das nächste sein?" fragte er.

Das Europäische Bodenbündnis habe daher eine ganze Reihe von konkreten Forderungen aufgestellt. Dazu gehören unter anderem der Verzicht auf Eindeichungen von Auengebieten, die Wiederherstellung von Hochwasser-Rückhalteräumen, die Minimierung von Versiegelungen und die Entsiegelung aller geeigneten Flächen sowie die Wiederbelebung des Wasserspeichers Boden. " Alles, was Oberflächenabfluss reduziert, muss gefördert werden", hob der ELSA-Chef hervor. Das könnten zum Beispiel Dachbegrünungen, sickerfähige Straßenbeläge und naturnahe Regenrückhaltebecken sein.

Den unmittelbaren Zusammenhang von Klima- und Bodenschutz verdeutlichte Gerdts abschließend: " Wer weiß schon, dass intakte Böden nicht nur große Mengen Wasser aufnehmen, sondern auch massenhaft Kohlendioxid, Lachgas und Methan speichern und sogar abbauen können?", fragte er. (fr)
Autor:
fr


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