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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Der Elektroschock ist schonender als das Fangnetz
Zwischenüberschrift:
Friedrich Hehmann holt die Fische aus den Regenrückhaltebecken, die entschlammt und gereinigt werden
Artikel:
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Originaltext:
Der Elektroschock ist schonender als das Fangnetz

Friedrich Hehmann holt die Fische aus den Regenrückhaltebecken, die entschlammt und gereinigt werden

Weststadt rei
Wenn Friedrich Hehmann fischen geht, sterben keine Flossentiere. Der Gewässerökologe holt die Fische aus den Regenrückhaltebecken, bevor die Stadtwerke sie entschlammen. Mit einem Gerät, dass die Tiere durch Stromstöße betäubt, fängt er Barsche, Rotaugen, und Gründlinge. Am Wochenende hatte Hehmann einen Einsatz Im Regenrückhaltebecken an der Auguststraße.

Auf den ersten Blick sieht der schwarze Kasten mit seinen Knöpfen wie ein Radiogerät aus. " Das ist ein nachgemachter elektrischer Fisch", erklärt Friedrich Hehmann. Denn das ist das Prinzip der Apparatur aus Kabel und Kescher, zu der auch der Kasten gehört: Wie mancher Beutefisch betäubt sie die Fische durch einen elektrischen Schock.

Rotaugen, Gründlinge, einen Bitterling und " einige kapitale Barsche" haben Hehmann und seine Helfer vom Fischereiverein Melle aus dem Becken geholt. Tödlich ist die elektrische Fangmethode keineswegs. Zu 98 Prozent würden er und seine Helfer die Fische aus dem Regenrückhaltebecken rausholen, sagt Hehmann. Lebend. Denn der elektrische Schock ist weitaus schonender als das Fangnetz, mit dem die Kiemen der Tiere beschädigt werden können. Zwei Prozent der Fische sterben aber bei dem niedrigen Wasserstand im Schlamm.

Bevor es am Wochenende losgehen konnte, haben die Stadtwerke den Großteil des Wassers aus dem Becken abpumpen lassen. Später am Wochenende wurde ein weiterer Teil des Wassers abgepumpt, aus dem der Rest der Fische geholt wurde. Heute beginnt die eigentliche Entschlammungsaktion. In zwei Wochen findet die gleiche Prozedur im Wüstensee statt.

Bei dem niedrigen Pegelstand können Hehmann und seine Helfer problemlos ins Wasser waten. Die Apparatur hat sich der Gewässerökologe umgehängt. Benjamin Wolf vom Fischereiverein läuft neben ihm her und schiebt einen schwarzen Plastikbottich vor sich durch das Wasser. Da hinein kommen die Fische und werden im Ufer in einen noch größeren Behälter getan, in dem sie auch mit Sauerstoff versorgt werden. Die Fische werden auf umliegende Teiche und den Stichkanal verteilt.

Außer Fischen und Großmuscheln, die die Mitglieder des Fischereivereins mühsam einsammeln, lassen sich noch ganz andere Dinge im Regenrückhaltebecken finden: Stühle, verrostete Fahrräder und sogar einen Tannenbaum haben Unbekannte hier entsorgt.

Wenn in einigen Wochen wieder Wasser im Regenrückhaltebecken ist, setzt Friedrich Hehmann dort neue Fische aus. In Zukunft könnte er sich vorstellen, auch gefährdete Kleinfischarten wie etwa den Bitterling dort auszusetzen. Denn er braucht Gewässer, in denen er keine Konkurrenz durch Raubfische wie den Hecht hat, um dort seine Eier in den Muscheln ablegen zu können. Doch das Konzept dafür ist bisher noch in der Diskussion.

FISCHE FANGEN EINMAL ANDERS: Friedrich Hehmann und Benjamin Wolf betauben die Fische durch einen elektrischen Schock. Tödlich ist das nicht. Fotos: Michael Hehmann

ES GIBT AUCH ANDERE BEWOHNER HIER: Regina Klüppel-Hellmann holt Muscheln aus dem Regenrückhaltebecken.
Autor:
rei


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