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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Fischrestaurant soll den Eversburger Bahnhof retten
Zwischenüberschrift:
Seit über zehn Jahren liegt das Gelände brach — Jetzt gibt es einen neuen Eigentümer mit Gastronomie-Konzept
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Fischrestaurant soll den Eversburger Bahnhof retten

Seit über zehn Jahren liegt das Gelände brach Jetzt gibt es einen neuen Eigentümer mit Gastronomie-Konzept

Eversburg

Keine Jubelfeiern zum 100-jährigen Bestehen. Das Jugendstil-Gebäude des Eversburger Bahnhofs zeigt sich mit Graffiti und verbreiterten Fenstern in trister Umgebung. Seit vielen jähren besteht Sanierungsbedarf. Nun gibt es wieder einen neuen Eigentümer.

" Das Gebäude wurde im Oktober verkauft", berichtet Architekt Hartmut Eggemann als Vorbesitzer der Immobilie. Ein von RC Immobilien bereits vor einem Jahr bekannt gegebener Verkauf sei geplatzt, der Interessent habe damals nicht gezahlt. Bei den jetzigen Käufern handelt es sich um Investoren der Gruppe Aqua Design, die hervorgegangen ist aus der Firma Aqua Medic Bissendorf. Die Investorengruppe hat vor Jahren bereits die denkmalgeschützte Lechtinger Kaue umgebaut.

In dem seit Jahren leer stehenden Bahnhofsgebäude wollen die Käufer mit architektonischer Hilfe von Vorbesitzer Eggemann " das Ambiente des Bahnhofs um die Jahrhundertwende" wieder aufleben lassen und auch die ursprüngliche Ausgangshalle zu den Gleisen wiederherstellen, verkündet Björn Hansen, einer der Investoren. Es gebe Überlegungen, in dem Gebäude möglichst schon im Sommer ein Fischrestaurant zu eröffnen. " Keine Sterne-Gastronomie, sondern essen und sich wohl fühlen" laute das Konzept der Gruppe, die aus früheren Zeiten mit Fischgroßhandel vertraut sei. Aber auch mit der evangelischen Familienbildungsstätte, die Interesse an Räumen für ihren mKinderhort hat, sei man im Gespräch.

Der Bauantrag für die erheblichen Sanierungsmaßnahmen an der " Ruine" sei bei der Stadt gestellt, es gebe jedoch noch Probleme mit dem Denkmalschutz, unter dem das Gebäude seit fünf Jahren steht. Bislang erfuhr der zunehmend verfallende Jugendstilbau auf dem 1823 qm großen Areal lediglich Sicherungsmaßnahmen zum Schutz der Bausubstanz, zum Beispiel durch Abdichten der Fenster mit Spanplatten. Seit seiner Stilllegung im Jahre 1991 erlebte der Eversburger Bahnhof wechselnde Besitzer und die Zwangsversteigerung, bei der Eggemann Alleineigentümer wurde, sowie eine Aufräumaktion durch Eversburger Bürger und Kommunalpolitiker als symbolischen Akt. Der Bahnhof diente zwischenzeitlich als Obdachlosenunterkunft, diskutiert wurde über Kartoffelhaus-Gastronomie und Rotlicht-Etablissement.

Erwogen wurde zudem die Einrichtung eines Haltepunktes für die Nordwestbahn, vielleicht auch eines Tages für die Tecklenburger Nordbahn. Eine Einbindung in die Bundesgartenschau 2015 ist im Buga-Konzept vorgesehen - falls die Buga kommt.

Zur Sache

Die Geschichte des Eversburger Bahnhofs

Als Jugendstilschmuckstück aus Bruchsteinmauem und Fachwerk entstand der Eversburger Bahnhof 1905. Rundbogen und mehrere Giebel sorgten für eine von allen Seiten eindrucksvolle Erscheinung. Am Deckengewölbe im Innenbereich kamen vor einiger Zeit unter grauem Farbanstrich Malereien aus der Zeit der Jahrhundertwende zum Vorschein. Bausubstanz und Stilelemente des denkmalgeschützten Gebäudes sind bis heute erhalten geblieben. Lediglich das Abmontieren eines Holz-Vorbaus in den 50er Jahren griff in die Fassadengestaltung ein.

Erbaut wurde der Bahnhof erst 50 Jahre nach Beginn des Eisenbahnzeitalters. In Osnabrück hatte es mit der Industrialisierung 1855 begonnen. Schon 1857 transportierte eine Zechenbahn Piesberger Kohle aus dem Hasestollen zum Haltepunkt Eversburg. Ab 1876 fuhren dort Züge der neu eröffneten Strecke zwischen Osnabrück und Oldenburg entlang, und ab 1903 war Eversburg Endstation für die neue Kleinbahn Piesberg-Rheine. Zwei Jahre später entstand das Bahnhofsgebäude. 1991 hielt zum letzten Mal ein Zug am alten Eversburger Bahnhof. Seit seiner Stilllegung leiden der Bahnhof und das ihn umgebende Gelände unter zunehmendem Verfall. (gil)

EIN SCHMUCKSTÜCK, das arg gelitten hat: Der Eversburger Bahnhof hat wieder einmal den Besitzer gewechselt.

Foto:
Klaus Lindemann
Autor:
Gila Kriz


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