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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Die räumliche Situation hat sich entspannt
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Mehr Platz für die forensische Station am Landeskrankenhaus - Wunsch: eine Ambulanz
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Originaltext:
Die räumliche Situation hat sich entspannt

Mehr Platz für die forensische Station am Landeskrankenhaus - Wunsch: eine Ambulanz

Osnabrück

" Die Situation hat sich entspannt", sagt Dr. Otmar Binder. Mit dem Bezug des Hauses Ring 2 auf dem Gelände des Niedersächsischen Landeskrankenhauses am Gertrudenberg hat die forensische Abteilung zwar nur sieben Betten mehr zur Verfügung. Nach der jahrelangen drangvollen Enge und Überbelegung haben sich die äußeren Bedingungen für Patienten und Beschäftigte aber vorläufig verbessert.

In der forensischen Psychiatrie werden psychisch kranke Rechtsbrecher behandelt, die für ihre Taten nicht oder nicht voll verantwortlich gemacht werden können. Ziel des Aufenthaltes ist die Wiedereingliederung des Patienten in die Gesellschaft. Zudem sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass der Betroffene nicht mehr straffällig wird.

Im ersten Stock des Hauses, in dem früher Suchtpatienten untergebracht waren, ist jetzt die geschlossene Station. Dort werden zum Beispiel Straftäter zur Begutachtung ihrer Schuldfähigkeit aufgenommen. Die Türen sind immer verschlossen, allerdings wurde auf das Anbringen von Gittern vor den Fenstern verzichtet. Die bauliche Sicherung reicht nach Aussage des leitenden Arztes Binder vollkommen aus.

Im Erdgeschoss des großzügigen Gebäudes wurde die offene Resozialisationsstation eingerichtet. Die Patienten hier genießen schon seit längerem die so genannten Lockerungen, begleitete und unbegleitete Ausgänge und Urlaube. Zwei Wohnzimmer - eins für Raucher und eins für Nichtraucher - ermöglichen in Vorbereitung auf das Leben draußen soziale Kontakte. Zur Freizeitgestaltung kann im Keller Billard oder Tischtennis gespielt werden. Wie lang die durch das neue Haus gewonnene entspannte Situation anhalten wird, kann Binder nicht sagen. Seit in den 90er Jahren die früher auf verschiedenen Stationen des Landeskrankenhauses behandelten forensischen Patienten zusammengelegt wurden, wurde seine Station aufgestockt und war fast immer überbelegt. Das liegt nach Angaben des Arztes unter anderem daran, dass die Gerichte seit einigen Jahren vermehrt psychisch kranke Straftäter einweisen, gleichzeitig aber immer später entlassen: Während 1996 die Patienten durchschnittlich vier Jahre im Maßregelvollzug blieben, lag die Verweildauer im Jahr 2002 bei sechs Jahren.

Binders Wunsch wäre eine am Landeskrankenhaus angesiedelte forensische Ambulanz. Dort sei die Geschichte des Patienten bekannt, so dass bei möglichen Krisen ein schnelles und gezieltes Eingreifen möglich sei. Eine forensische Ambulanz sei sinnvoll für die Nachsorge der Patienten. Nicht zuletzt hätten sicher auch die Krankenversicherungen ein Interesse an einer solchen Einrichtung, weil Kosten eingespart würden. Bei einer festen Anlaufstelle, davon ist Binder überzeugt, wäre für manche Patienten eine frühere Entlassung möglich.

DAS NEUE HAUS für psychisch kranke Straftäter bietet nach langer Zeit der drangvollen Enge mehr Platz. Links hinter dem hohen Zaun ist der Hof für einen Gang in frischer Luft - für die noch nicht verurteilten Patienten die einzige Abwechslung.

DIE PATIENTEN von der offenen Resozialisierungsstation können in ihrer Freizeit jetzt im Keller Billard oder Tischtennis spielen. In Vorbereitung auf das Leben in Freiheit können sie soziale Kontakte knüpfen. Fotos: Gert Westdörp
Autor:
S.


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