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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Wenn Rudi die Katze auf dem Küchentisch verpetzt
Zwischenüberschrift:
Saatkrähe mit Familienanschluss: Die Künstlerin Angelika Walter hat den Vogel 1984 unter einem Nest entdeckt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Wenn Rudi die Katze auf dem Küchentisch verpetzt

Saatkrähe mit Familienanschluss: Die Künstlerin Angelika Walter hat den Vogel 1984 unter einem Nest entdeckt

Wüste

Die Künstlerin Angelika Walter hat einen Vogel. Er heißt Rudi und ist eine hübsche, blauschwarze Saatkrähe. So ein Tier kann es in puncto Klugheit mit so manchem Papagei aufnehmen. Rudi hat schon das biblische Vogelalter von 21 Jahren erreicht.

Angelika Walter fand Rudi 1984 als Jungvogel hilflos unter einem Nest in einer Saatkrähenkolonie in Haselünne. Der kleine Krummschnabel wollte nicht fressen und kümmerte dahin. Eine Tierärztin diagnostizierte Parasiten in der Lunge. Aufopferungsvoll päppelte die Künstlerin ihn auf. Doch die Krankheit hatte Folgen: Rudi bekam einen leicht gekreuzten Schnabel und kann seither schlecht fliegen.

In den ersten Jahren tobte Rudi noch im Garten an der Bühlwiese umher. Einmal flatterte und kraxelte er auf den Dachfirst, saß oben und traute sich nicht mehr nach unten. Angelika Walter, die in Osnabrück für ihre Wandbilder wie den " Musikexpress" bekannt ist, fasste sich nach Stunden ein Herz und kletterte mühsam hoch, um Rudi aus der misslichen Lage zu befreien. Wer auf dem Dach mehr Angst hatte, Mensch oder Vogel, ist nicht mehr zu klären. Wenig später kam der Weltuntergang für Rudi in Form eines knatternden Rasenmähers. Als der im Nachbargarten startete, erschrak sich die Saatkrähe dermaßen, dass sie von Stund an nicht mehr in den Garten ging und im Haus blieb.

In der Küche begrüßt Rudi jeden Gast mit einem freundlichen " Kraah". " Das macht er immer, jeder wird begrüßt", erläutert Angelika Walter. Nur ungern verlässt Rudi seinen großen Käfig. " Er kann heraus, will aber nicht, da er sich hier sehr wohl fühlt. Auch mit Leckerlis kann man ihn kaum noch herauslocken", berichtet Angelika Walter.

Inzwischen ist Rudi vornehm geworden. Er trinkt seit Jahren nicht mehr aus dem Napf, sondern nur noch aus Gläsern. Das hat er sich bei seinen Mitbewohnern abgeschaut. Überdies trinkt er mit Vorliebe Sekt. Und Sektflaschen erkennt er genau. Kommt jemand mit einer in die Küche, dann krächzt der Vogel so lange, bis er sein Gläschen bekommen hat. Rudi hat sich auch zu einem Petzer entwickelt. Die Hauskatze darf nicht auf dem Tisch sitzen, das wissen alle ganz genau. Tut sie es doch, dann schlägt Rudi so lange Alarm, bis jemand kommt und die Katze verjagt.

Saatkrähen haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Deshalb kann Rudi nicht allein sein und sucht die Nähe der Familie. Ohne sie erleidet er Qualen und verteilt vor Angst und Stress die Nahrung in der Küche. Das wird in der Urlaubszeit besonders dramatisch. Entweder es findet sich ein guter Freund, der Rudi in Obhut nimmt, oder der Urlaub fällt int Wasser

SAATKRÄHE RUDI sucht die Nähe der Familie. Das Foto zeigt sie mit Elena, der Tochter der Künstlerin Angelika Walter.
Autor:
Gerhard Kooiker


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