User Online: 1 | Timeout: 02:09Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ohne den Haarmannsbrunnen wirkt der Platz heute kahl
Zwischenüberschrift:
Das Arbeiterdenkmal kam erst 1909 an den Herrenteichswall - Bronzene Bergmann-Figur sollte im Krieg eingeschmolzen werden
 
Zeitreise am Herrenteichswall
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zeitreise am Herrenteichswall

Ohne den Haarmannsbrunnen wirkt der Platz heute kahl

Das Arbeiterdenkmal kam erst 1909 an den Herrenteichswall - Bronzene Bergmann-Figur sollte im Krieg eingeschmolzen werden

Innenstadt So mancher wird im ersten Moment stutzen: Ohne sein heutiges Wahrzeichen, den Haarmannsbrunnen, ist der 1901 von Rudolf Lichtenberg fotografierte Aufgang zum Herrenteichswall kaum wiederzuerkennen.

Mit der Stiftung der Bergmannsfigur im Jahr 1909 sicherte August Haarmann den Bestand des Herrenteichswalls als Teil der Stadtbefestigung. Nach heftigen Streitereien über die Zukunft des Walls, in deren Verlauf sogar erwogen worden war, ihn zu Gunsten einer Ringstraße einzuebnen, wurde 1905 entschieden, seinen Aufgang mit dem Denkmal zu schmücken. So blieb dieser Teil der Stadtbefestigung erhalten, etwas niedriger als ursprünglich allerdings.

Am 1. Mai 1909 wurde der Haarmannsbrunnen, entworfen von dem Bildhauer Adolf Graef, eingeweiht. Es gilt heute als das älteste Arbeiterdenkmal Deutschlands. Dabei hatte sein Stifter August Haarmann, Generaldirektor des Georgs-Marien-Hütten- und Bergwerksvereins, zwar das Wohl seiner Arbeiter im Sinn, entgegen der Meinung vieler Osnabrücker hat das Denkmal mit dem Unglück im Stüveschacht 36 Jahre zuvor, bei dem neun Bergleute erstickten, aber nichts zu tun. Aufsehen erregend war ein einfacher Arbeiter als Denkmal-Figur auf einem öffentlichen Platz allemal. Zur damaligen Zeit wurden üblicherweise nur Privilegierte derart abgebildet.

In dem Gebäude, das die alte Fotografie (links) zeigt, betrieb damals Friedrich Kerkhoff eine Konditorei, in der außer Kaffee und Kuchen auch Bier serviert wurde. Mit der Erneuerung des Wallaufganges musste das alte Gebäude einem Neubau weichen, dem " Wiener Cafe". Heute sorgt an dieser Stelle das China-Restaurant " Goldener Drache" für das Wohl seiner Besucher.

Das fast 100 Jahre alte Denkmal aus Piesberger Kunststein hat die Stürme der Zeit gut überstanden. Die bronzene Bergmann-Figur musste zur Metallgewinnung im Krieg im Jahr 1944 zwar abgebaut werden, sie kehrte 1949 aber unversehrt aus der Schrott-Fabrik Bredelaer/ Brilon zurück.

1901: Aus dem Cafe Kerkhoff am Herrenteichswall wurde später das " Wiener Cafe". Noch heute dient diese Straßenecke der Gastlichkeit.

HEUTE: 1909 entstand am Aufgang zum Herrrenteichswall der Haarmannsbrunnen. Er gilt als das älteste Arbeiterdenkmal Deutschlands.

Foto:
Klaus Lindemann
Autor:
eme


Anfang der Liste Ende der Liste