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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
"Das Einzige, was sich ändert, ist die Hoheit"
Zwischenüberschrift:
Jeder nimmt, was er gibt: Warum Osnabrück und Hasbergen ihre Grenze verschieben wollen
Artikel:
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Originaltext:
" Das Einzige, was sich ändert, ist die Hoheit"

Jeder nimmt, was er gibt: Warum Osnabrück und Hasbergen ihre Grenze verschieben wollen

Hellern/ Hasbergen Die Fläche ist kleiner als ein Fußballfeld. Aber der Fall beschäftigt die höchsten Verwaltungsspitzen: Osnabrück tritt 5825 Quadratmeter an die Gemeinde Hasbergen ab und bekommt exakt 5825 Quadratmeter von Hasbergen zurück. Alles nur, damit klar ist, wer demnächst die Straße zu kehren hat.

Der ist eine unscheinbare Sackgasse und führt ins Niemandsland. Noch. Denn demnächst soll auf dem Ackerland ringsum ein Gewerbegebiet entstehen. Doch auf dem friedlichen Stückchen Erde tut sich ein Riss auf. Die Stadtgrenze zerschneidet nicht nur die geplante Ansiedlung, sondern auch die Dütestraße, über die demnächst Autos und Lastvagen rollen werden.

Da stellen sich Fragen, die noch ganze Juristengenerationen beschäftigen könnten: Sollen städtische Kehrmaschinen Hasberger Schmutz entfernen? Wer zahlt, wenn ein Schneepflug der Gemeinde Hasbergen versehentlich Osnabrücker Asphalt ankratzt?

Osnabrücks Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip und Hasbergens Bürgermeister Frank Stiller kamen schnell überein, dass nur ein Gebietsänderungsvertrag klare Verantwortlichkeiten schaffen könne. Aber wer von beiden sollte etwas abtreten? Osnabrück, bei der Eingemeindung von 1972 eigentlich zu kurz gekommen, hätte die Chance nutzen können, sich um 0, 005 Prozent zu vergrößern. Aber Hashergen hat nichts zu verschenken: " Wir sind mit 21 Quadratkilometern eine der kleinsten Gemeinden im Landkreis", klagt Bürgermeister Stiller.

So einigte man sich kurz entschlossen auf die Formel vom flächengleichen Gebietstausch. Damit sollen vor allem statistische Irritationen vermieden werden, die ein Flächentransfer nach sich ziehen könnte. Theoretisch drohen Zahlenwerke wie Pro-Kopf-Verschuldung, Arbeitslosenquote oder Kindergartendichte ins Wanken zu geraten. In diesem Fall nicht, weil das betroffene Gebiet unbewohnt ist. Damit besteht auch keine Gefahr, dass Anlieger ihre Adresse ändern müssten.

Wie ein flächengleicher Gebietsaustausch funktioniert, erklärt Uwe Koch, der Chef des Fachdienstes Geodaten (früher hieß es städtisches Vermessungsamt): Zuerst wird am Computer eine neue Grenzlinie ausgetüftelt und dann quadratmetergenau in die Landschaft übertragen. Damit es kein Vertun gibt, werden die entscheidenden Punkte mit Grenzsteinen markiert. Und das, obwohl sich an den Eigentumsverhältnissen nichts ändert.

Eigentümer der Flächen sind die Evangelischen Stiftungen und der Landwirt Fritz Meyer zu Strohen. Dessen Ehefrau Anette ist als CDU-Ratsfrau Vorsitzende des Osnabrücker Stadtentwicklungsausschusses, der heute über den Gebietsänderungsvertrag zwischen Osnabrück und Hasbergen zu entscheiden hat. Ob sie sich als Betroffene der Stimme enthält? " Nein", sagt Anette Meyer zu Strohen, " wir haben da keinen Vorteil und keinen Nachteil von.' Das Einzige was sich ändere, sei die " Hoheit", bekennt die Kommunalpolitikerin.

EINE UNSCHEINBARE SACKGASSE, aber hier besteht Handlungsbedarf: An der Dütestraße verläuft die Grenze zwischen Hasbergen und Osnabrück, und die wird jetzt verschoben. Fotos: Elvira Parton
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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