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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Man kann schließlich nicht alles vergessen"
Zwischenüberschrift:
Nahner Kriegerdenkmal wieder mit Gedenktafel
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Man kann schließlich nicht alles vergessen"

Nahner Kriegerdenkmal wieder mit Gedenktafel

Nahne

42 Schicksale auf einer Tafel: Nach dem Ersten Weltkrieg ließ die Gemeinde Nahne die Namen ihrer Gefallenen in Bronze gießen und richtete unweit des heutigen Kreishauses ein Kriegerdenkmal ein. Der 78-jährige Anton Henke hat jetzt gemeinsam mit vielen Helfern dafür gesorgt dass die lange verschollene Gedenkplatte wieder an Ort und Stelle ist.

Jahrzehntelang war das Ehrenmal nicht gepflegt worden. Henke erinnert sich noch an Kranzniederlegungen in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Doch dann riss diese Tradition ab, und die Gedenkstätte wurde sich selbst überlassen. Als die Tafel schließlich abzufallen drohte, ließ die Stadt sie zur Sicherheit abnehmen. Die meisten Nahner wussten zuletzt gar nicht mehr, dass es das Denkmal überhaupt gibt, glaubt Henke.

Vor dem Krieg hatten die Nationalsozialisten noch damit begonnen, das schlichte Denkmal aus den 1920er Jahren in eine pompöse Aufmarschstätte zu verwandeln. Monumentale Steintreppen sollten von allen Seiten zur Gedenktafel hinaufführen. Reste einer Bruchsteinmauer zeugen noch von diesen Plänen, denen der Kriegsausbruch ein Ende bereitete.

" Zum Glück", wie Anton Henke betont. Denn mit Heldenverehrung und Kriegsverherrlichung hat der Rentner nichts im Sinn. Zwei seiner Onkel sind unter den Toten auf der Bronzetafel. Im Jargon der damaligen Zeit werden sie als " Helden" bezeichnet. Doch wer sei schon freiwillig in den Krieg gezogen, fragt sich Henke. Ihm gehe es nur darum, das Andenken an die Nahner Opfer zu bewahren, die Frauen und Kinder hinterließen. " Man kann schließlich nicht alles vergesssen."

Als ihn der Stadtteilchronist Karl-Heinz Lohmann kürzlich nach dem Verbleib der Bronzetafel fragte, wurde Henke aktiv. Die Platte fand sich schließlich auf dem städtischen Bauhof an der Kokschen Straße. Der Landkreis, dem das Grundstück gehört, willigte ein, bei der Wiederherstellung der Stätte zu helfen. " Nur vom Bürgerverein gab es keine Reaktion", bedauert Henke. Dafür konnte er auf die tatkräfte Unterstützung seiner Mitstreiter von der " Dienstagstruppe" der St.-Ansgar-Gemeinde und weiterer Nahner Bürger zählen.

Zwei Wünsche hat Henke jetzt noch: dass an dem wieder aufgerichteten Findling noch eine zweite Tafel für die Nahner Opfer des Zweiten Weltkriegs angebracht wird. Und dass es niemals eine dritte Tafel geben muss.

WIEDER EIN ORT DES GEDENKENS: Anton Henke am Nahner Kriegerdenkmal. Foto: Uwe Lewandowski
Autor:
Arne Köhler


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