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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Ohrendröhnen von Glockenklängen und VfL-Ansagen
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Von Grüncontainern, Kehrmaschinen und Rennstrecken: Die Redaktion auf dem Wochenmarkt an der Ebertallee
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Originaltext:
Ohrendröhnen von Glockenklängen und VfL-Ansagen

Von Grüncontainern, Kehrmaschinen und Rennstrecken: Die Redaktion auf dem Wochenmarkt an der Ebertallee

Schinkel Der eine bekommt Ohrendröhnen vom Glockengeläut, die nächste vermisst Behälter zur Entsorgung von Hundekot. Und fast alle sind empört, dass sie ihre Grünabfälle vom Wochenende erst am Mittwoch entsorgen können. Mit diesen Themen wurde unsere rollende Redaktion gestern auf dem Wochenmarkt an der Ebertallee konfrontiert. Trotz aller Kritik: Schinkel, das versicherten viele, sei ein schöner Ort zum Leben.

Mit offenen Armen wurde das kleine Redaktionsteam empfangen, das sich mit Bistrotisch und Sonnenschirm zwischen Fahrradständern und Glascontainern am Rande des Schinkeler Wochenmarkts postiert hatte. In den Meinungsäußerungen ging es nicht nur um den Stadtteil. Es gab auch Lob und Tadel für das neue Zeitungskonzept, an das sich manche Leser wohl noch nicht gewöhnt haben. Hier eine Auswahl der Äußerungen, nicht wörtlich, aber sinngemäß wiedergegeben:

Bodo Schwarzkopf: Am Heiligenweg wird ständig geblitzt - am Boltenweg nicht. Dabei kann man da ungehindert mit 60 der 70 durchfahren. Und das, obwohl da viele Familien mit Kindern wohnen.

Ingrid Brockmeyer: Uns wird hier alles weggenommen. Erst die Sparkasse, dann einige Bankfilialen und demnächst die Post an der Schützenstraße. Dabei wohnen hier viele ältere Leute.

Helmut Mittendorf: Wenn wir samstags im Garten sitzen, bimmeln die Glocken der Kreuzkirche so laut, dass wir uns nicht unterhalten können. Und wenn die gerade fertig sind, geht es an der Pauluskirche los. Die Öffnungszeiten der Grüncontainer an der Rosenkranzkirche sind ein Ärgernis. Am Samstag um 18 Uhr ist Feierabend - dann kann ich meinen Rasenschnitt erst am Mittwoch loswerden. Aber der stinkt dann schon.

Christel Zilla: Auf dem Grundstück Ecke Tiefstraße / Bruchdamm gammelt ständig der Müll vor sich hin. Da kann ich mich nicht auf den Balkon setzen oder das Fenster aufmachen.

Heinrich Schmidt: Am Jeggener Weg hat früher noch einer mit der Hand zwischen den Autos gefegt. Jetzt fährt die Kehrmaschine nur noch links an den Autos vorbei - und der Dreck bleibt liegen.

Birgit Bleil (mit Mischlingshund " Lucky" an der Leine): Überall in Osnabrück gibt es Hundeklo-Automaten, aus denen man eine Papptüte ziehen kann. Warum nicht an der Schinkelbergstraße und an der Ebertallee?

Eckhard Hindahl: An derTannenburgstraße wurde heute Sperrmüll abgeholt. Eine Wellblechplatte und Teile von einem Kaninchenstall haben die nicht mitgenommen und einfach liegen lassen, so dass da kein Fußgänger mehr vorbeikommt.

Friedrich Hafkemeyer: An der Oststraße, gegenüber vom VfL-Platz, liegt lauter Müll an der Böschung. Die Stadt fühlt sich nicht zuständig und die Bahn auch nicht.

Hermann Wischnat: Wenn der VfL spielt, habe ich den Eindruck, dass der Ansager nicht ins Mikrofon spricht, sondern schreit. Das ist so laut, dass man keinen Besuch in den Garten einladen kann.

Edith Spaunhorst: Es ist unglaublich, dass man die Haltestelle " Bremer Brücke" umbenennt in " osnatel-Arena". Schon Erich-Maria Remarque hat die Bremer Brücke in seinem Buch " Im Westen nichts Neues" als markanten Punkt für Osnabrück bezeichnet. Das Stadion wird seinen Namen bestimmt noch mehrmals ändern, die Brücke aber nicht

Elisabeth Welslau: Auf den Bänken an der Ecke Tannenburgstraße/ Schützenstraße sitzen jeden Tag Alkoholiker. Das ist ein trostloses Bild. Die Bänke waren vom Bürgerverein gut gemeint. Aber vielleicht sollte man sie wieder wegnehmen.

Elfriede Krause: Ich lebe soweit gerne in Schinkel. Es wäre schön, wenn an der Ebertallee die Bordsteine flacher wären. Ältere Menschen mit Rollatoren haben sonst Schwierigkeiten.

Helmut Mittendorf: Die Schützenstraße ist eine Rennstrecke, die 30-Kilometer-Begrenzung kaum noch zu lesen. Uns wurde schon vor einem Jahr in einer Bürgerversammlung gesagt, das würde behoben. Bislang ist aber nichts passiert.

Ellen Fromme: Vor drei Jahren wurde die Brücke an der Ruppenkampstraße erneuert. Seitdem hat sich niemand mehr darum gekümmert. Jetzt wachsen dort Brombeeren. Wenn wir da nichts abschnitten, würden sich die Leute die Strümpfe zerreißen.

Karl-Helnz Butt: Die Fahrbahn auf der Ebertallee zwischen Schützenstraße und Kreuzstraße wird im Winter nicht gestreut. Eingaben an die Stadt haben nicht gefruchtet. Ich habe dafür kein Verständnis, da dort eine Schule und ein Kindergarten sind.

Joachim Nitsche: Die Post an der Schützenstraße muss bleiben. Wo sollen denn die alten Leute hingehen? Die Ecke Schützenstraße / Tannenburgstraße könnte sauberer sein, und an der Eisenbahnbrücke Bremer Straße hängen seit dem letzten Sturm Büsche auf die Straße runter.

Elfriede Cerdey: Ständig fahren Erwachsene mit dem Fahrrad auf den Fußwegen. Die Polizei nimmt sich davon nichts an. Muss denn erst ein Fußgänger verletzt werden?

Werner Haarmeier: Bremer Straße und Gartlager Weg sind abends eine reine Rennstrecke. Die Fahrbahn müsste dort eventuell einspurig gemacht werden.

Günter Nordmann: Man kann am Wochenende nichts in seinem Garten tun, da man die Abfälle erst am Mittwoch wegbringen kann. Es stinkt.

In Schinkel oder im Schinkel?

Schinkel (rll)

Heißt es eigentlich in Schinkel" oder " im Schinkel"? Gestern, auf dem Wochenmarkt an der Ebertallee, haben wir nachgefragt. Das Ergebnis ist zwar eindeutig, gibt aber zugleich Rätsel auf: Nur einer sprach sich für " im Schinkel" aus, ein zweiter - mutmaßlicher Schalke-Fan - plädierte für " auf Schinkel". Die übrigen 38 der 40 Befragten äußerten die Überzeugung, dass die Antwort nur " in Schinkel" heißen könne. " Es sagt ja auch keiner , im' Dodesheide", meinte eine ältere Dame. Lebhaft wurde diskutiert, und ausgerechnet die, die dem Redakteur gerade noch das feine " in Schinkel" in den Block diktiert hatten, redeten auf einmal, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Und dann kommt etwas anderes heraus, nämlich " im Schinkel". Es heißt ja auch " im Fledder".

DIE ROLLENDE REDAKTION wurde freundlich empfangen auf dem Wochenmarkt in Schinkel. Stadtteil-Redakteur Rainer Lahmann-Lammert (rechts) im Gespräch mit einem Leser. Foto: Gert Westdörp

ÜBERALL IN OSNABRÜCK gibt es Automaten, um Hundekot zu entsorgen. Warum nicht auch in Schinkel? Foto: Archiv

NICHT JEDERMANNS SACHE: Das Glockengeläut der Kreuzkirche. Foto: Jörn Martens
Autor:
rll, slx


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