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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Ibis überlebte vier Wochen lang in der Kälte
Zwischenüberschrift:
Junger Zoovogel flog bis Bissendorf
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Ibis überlebte vier Wochen lang in der Kälte

Junger Zoovogel flog bis Bissendorf

Osnabrück

Ein junger Ibis, während des Strom- und Schneechaos Ende November aus dem Zoo ausgebüxt ist, hat kurz vor Weihnachten den Weg zurück gefunden. Allerdings nicht allein: Eine Bissendorfer Familie hat den Vogel in Ihrem Garten entdeckt, eingefangen und zum Schöler-Berg gebracht.

Für Zootierärztin Dr. Susanne Klomburg ist es " absolut ungewöhnlich", dass das Tier knapp vier Wochen überlebt hat, zumal auf den ersten Wintereinbruch ein zweiter folgte. Der junge Strohhalsibis kann auf seinem Flug bis Bissendorf auch nicht in Futterhäuschen gewildert haben, die Tierfreunde für die heimischen Vögel aufgestellt haben: Ibisse sind Fleischfresser.

Der nasse und schwere Schnee, der an jenem Freitag, dem 25. November, vom Himmel herabgeschneit war, hatte dem Zoo nicht nur einen Stromausfall beschert, sondern auch die Netze zerrissen, die über die Vogelvolieren gespannt sind. " Die Geier konnten wir gerade noch einfangen und evakuieren", erzählt Tierpflegerin Kirsten Bischof. Dann brach auch deren " Flugbremse" unter der Schneelast zusammen.

Wie die der Voliere, in der sich rote Sichler, Heilige Ibisse, Säbelschnabler, Stelzenläufer und eben Strohhalsibisse tummeln. Normalerweise spazieren die Tiere nachts oder wenn es draußen ungemütlich ist von selbst in ihr Vogelhaus. Vielleicht wurden sie durch den Knall des herabfallenden Gitternetzes erschreckt - und flogen davon. Am nächsten Tag jedenfalls fehlten 20 Vögel.

Die meisten wussten mit ihrer Freiheit in einem verschneiten Osnabrück nichts anzufangen und blieben in Zoonähe, wagten sich aber zum Teil immerhin bis zum Riedenbach. " Es war schon ein toller Anblick, wie die roten Sichler über dem Schölerberg kreisten. Fast wie in Afrika", schwärmt die Zootierärztin. Doch weil die Vögel in unseren Breiten nicht überleben würden, mussten sie eingefangen werden. Der Zoo lockte sie über Tage immer wieder mit Futter an, über ihre Funkgeräte verständigten sich die Tierpfleger, wenn ein Vogel am Boden entdeckt wurde. " Manchmal hörte man auch ein , Mist' über den Funk, dann war das Tier seinem Häscher entflogen", erzählt Susanne Klomburg.

Eifrig beim Vogeleinfangen waren auch die Spaziergänger des Schölerberges dabei und brachten etliche Tiere zurück. Jungtiere waren aber kaum dabei, von denen müssen mehrere verendet sein.

Netze der Volleren brachen zusammen

Der kleine Strohhalsibis schaffte es auf seiner Flucht bis Bissendorf. Drei Tage lief er dort im Garten einer Familie herum, bis die ihn einfing und zum Zoo brachte. " Die Familie muss sich ausgekannt haben, denn sie hat den Vogel mit Katzenfutter gelockt", sagt die Zootierärztin. Noch einige Tage wird der etwas abgemagerte Vogel aufgepäppelt, dann darf er wieder zu seinen Artgenossen zurück.

Leider habe sich niemand die Adresse der Familie, die ihn zurückbrachte, notiert. Klomburg: " Die Familie möchte sich bitte bei mir melden. Wir sind auch an Beobachtungen anderer interessiert, die den Ibis gesehen haben." Die Zootierärztin möchte dem Phänomen, wie der Vogel so lange überleben konnte, auf die Spur kommen. Wer das Tier gesehen hat, kann sich unter Tel. 95 10 50 an den Zoo wenden.

DREIEINHALB WOCHEN überlebte der Ibis in der Kälte. Wie war das möglich?, fragt man sich im Zoo. Foto: Michael Hehmann
Autor:
d.


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