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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
700 Jahre alter Turm trotzt allen Abrissplänen
Zwischenüberschrift:
Von wildem Wein umrankt: Der kleine Plümersturm ziert noch immer die belebte Straßenecke am Schlosswall
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zeitreise am Plümersturm

700 Jahre alter Turm trotzt allen Abrissplänen

Von wildem Wein umrankt: Der kleine Plümersturm ziert noch immer die belebte Straßenecke am Schlosswall

Innenstadt (tos) Die Ansichtskarte aus der Zeit um 1900 zeigt den im 14. Jahrhundert errichteten Plümersturm, der in jenen Jahren noch die Einmündung vom Schlosswall zur Klubstraße (Hans-Böckler-Straße) dominierte. Wenige Jahre später bekam er Konkurrenz durch den Neubau des Ratsgymnasiums, das in unmittelbarer Nachbarschaft errichtet wurde.

Allen Abrissplänen zum Trotz steht der markante Turm noch heute, umflutet vom Straßenverkehr, an der Straßenecke. Ein Wehrturm war er wohl nicht, der in quadratischer Bauform errichtete Turm. Mit einer Grundfläche von gerade einmal 5, 3 mal 5, 3 Metern ist er wesentlich kleiner als die anderen Wehrtürme Osnabrücks. Statt Schießscharten finden sich kleine Fenster, die heute fast vollständig hinter rankendem wilden Wein verschwunden sind. Vermutlich diente der kleine Turm mit dem Zeltdach als Wachturm: Vom unwegsamen Gelände der Wüste waren zwar keine Angreifer zu erwarten, aber Schmuggler, die auf diesem Weg versuchten Vieh und anderes Gut in die Stadt zu schmuggeln, um so die fällige Akzise zu umgehen.

Seinen heutigen Namen erhielt der dreigeschossige Bau erst Mitte des 19. Jahrhunderts, als Stadtbauaufseher Plümer in eine unmittelbar an die Nordseite des Turms angrenzende Dienstwohnung zog. Zuvor war er als " Wulfesturm" bekannt, und die Klubstraße bezeichnete man als " Wulfeskule".

Dass der Plümersturm noch heute an dem inzwischen nah an den steinernen Bau herangerückten Schlosswall steht, ist dem Stadtbaurat Lehmann zu verdanken, der sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts für die Erhaltung des geschichtlich bedeutsamen Bauwerks eingesetzt hatte. Nach dem Neubau des Ratsgymnasiums sollte er eigentlich abgerissen werden, da er als " Steinklumpen" und " Verkehrshindernis" den Gesamteindruck des repräsentativen Gymnasiums beeinträchtige.

Auch den Zweiten Weltkrieg überstand der Turm am Schlosswall fast unbeschadet. Dennoch nagte der Zahn der Zeit an dem alten Gemäuer: Im Jahr 1988 wurde der Plümersturrn im Auftrag der Stadtwerke, die ihn heute als Trafostation nutzen, aufwändig saniert und konnte so erhalten werden.

DER PLÜMERSTURM UM 1900: Aus dem Buch Alt-Osnabrück, Band 1, Verlag H. Th. Wenner.

100 JAHRE SPATER ist der Turm von wildem Wein umrankt.Foto: Klaus Lindemann
Autor:
tos


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