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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Boden vergiftet: Stahlwanne hält Öl-Reste zurück
Zwischenüberschrift:
Teure Altlast-Sanierung im Hafen
Artikel:
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Originaltext:
Boden vergiftet: Stahlwanne hält Öl-Reste zurück

Teure Altlast-Sanierung im Hafen

Hafen (hin)
Der Boden unter einem Parkplatz an der Hansastraße Ist so sehr mit Öl und Teer verdreckt, dass er in eine Wanne aus Stahl gebettet werden muss. Die Kosten von 255 000 Euro teilen sich Stadt und Stadtwerke, denn der Verursacher ist nicht mehr festzustellen.

Klar ist dagegen, wie das Gift ins Erdreich gelangt ist: Die Fläche zwischen Hansastraße und Hafenstraße diente jahrzehntelang als Umschlagplatz für öl- und teerhaltige Produkte. Die Bahn lieferte die Stoffe unter anderem für die frühere Firma Ackermann auf der anderen Straßenseite, die Eisenbahnschwellen aufarbeitete und imprägnierte. In den 50er Jahren scherte sich keiner darum, wenn beim Umladen mal ein paar Tropfen überschwappten. Die Firma gibt es nicht mehr. Nicht nachvollziehbar ist, ob auch andere Unternehmen Ölprodukte über den Umschlagplatz bezogen. Kurzum: Ein Verursacher sei nicht mehr zu ermitteln gewesen, sagt Rarsten Timmermann vom Fachbereich Grün und Umwelt. Die betroffenen Grundstücke gehören heute den Stadtwerken und der Stadt, die die Sanierung bezahlen müssen.

Aufgefallen waren die erheblichen Verunreinungungen schon Ende der neunziger Jahre per Zufall. Auf dem ehemaligen Ackermann-Gelände (das heute zum Teil zum Hellweg-Baumarkt gehört) wurde ein Grundwassermesspunkt eingerichtet. Man ahnte ja, dass hier Altlasten lagern könnten. Doch die Messergebnisse deuteten auf weitere Giftquellen auf der anderen Straßenseite hin.

Was Laien als Öl und Teer bezeichnen, sind für die Umweltexperten polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Im Erdreich unter dem Parkplatz wurden sie in einer Konzentration von 2750 Milligramm pro Kilo Boden gemessen. Die Stoffe mischten sich auch ins Grundwasser: 234 Millionstel Gramm pro Liter stellten die Experten fest. Das übertrifft den als unbedenklich geltenden Wert um das Tausendfache. Bei einer Konzentration von zwei Millionstel Gramm muss gehandelt werden, im Amtsdeutsch: Es wurde " seitens des ordnungsbehördlichen Umweltschutzes ein Sanierungsbedarf festgestellt".

Die Stadtwerke handeln jetzt sofort. Eine 150 Meter lange Spundwand wird neun Meter in den Boden getrieben. Sie erreicht damit tief unten den wasserundurchlässigen Haseton. Die Oberfläche wird anschließend mit Asphalt versiegelt, fertig ist der wasserdichte Kasten. So wird verhindert,

dass die Kohlenwasserstoffverbindungen ins Osnabrücker Grundwasser dringen. Der ovale Kasten, auf dem später wieder Autos parken können, hat eine Grundfläche von rund 1200 Quadratmetern. Der Verkehr auf der vierspurigen Hansastraße bleibt vom Eingriff weitgehend unbehelligt.

60 Prozent der Kosten werden die Stadtwerke übernehmen, weil sie auch einen entsprechenden Anteil an der Altlasten-Fläche besitzen. 40 Prozent zahlt die Stadt

NEUN METER TIEF wird die Stahlspundwand in den Boden an der Hansastraße getrieben. So entsteht ein wasserdichter Kasten, der das Grundwasser vor einer öligen Altlast schützt. Die Kosten: 255 000 Euro.
Foto: Klaus Lindemann
Autor:
hin


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