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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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1991 ein Imageprojekt, heute ein Auslaufmodell
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Windgenerator ist veraltet und soll verschrottet werden
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1991 ein Imageprojekt, heute ein Auslaufmodell

Windgenerator ist veraltet und soll verschrottet werden

Schölerberg

70.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr sollte er erzeugen. Das sahen die Prognosen 1991 vor. Damals, als der 30 Meter hohe und 60 Kilowatt starke Windgenerator auf dem Schölerberg errichtet wurde, eine stattliche Menge. Heute spricht man, wenn es um die Leistung der Dreiflügler geht, nicht mehr von Kilo-, sondern von Megawatt. Nun soll die Anlage verschrottet werden.

Vor 14 Jahren wollte sich Osnabrück als Vorreiterin in Sachen regenerative Energiequellen profilieren und beteiligte sich neben dem Land und dem Bund am Bau eines Windgenerators. Der Standort am Zoogelände war zwar aus Ertragsgesichtspunkten nicht der beste, sollte aber auf Grund der vielen Besucher dem Image der Stadt zuträglich sein. " Der kleine Spargel hat nie den Touch von Wirtschaftlichkeit gehabt", erinnert sich der städtische Energieexperte Rudolf Günther. Dennoch macht er eine Rechnung auf, die nach Einbeziehung der vom Bund bereitgestellten Fördermittel " plus/ minus null aufgeht".

Warum dann also abreißen? Zum einen, weil der Bund seine Förderung nach zehn Jahren, also bereits 2001, planungsgemäß eingestellt hat. Außerdem gab, wie es der Zufall wollte, das Getriebe des Windrads nur ein Jahr später seinen Geist auf. Seitdem steht die Anlage selbst bei Orkanböen still.

" Windruine" spielt keine Rolle mehr

Eine Instandsetzung sei zu teuer, sagt Günther. Ein Argument, dem sich Andre Gehrke, regionaler Vertreter des Bundesverbands Windenergie, nicht anschließen mag: " Ich bin nicht überzeugt, dass sich eine Reparatur nicht lohnt." Und selbst wenn das der Fall sein sollte, ärgere ihn, dass die Anlage ersatzlos gestrichen werde. " Das ist ein Verlust an regenerativer Energiefläche. Man muss nach einer Alternative suchen."

Zwischenzeitlich schien diese in Aussicht. Die Stadtwerke zeigten Interesse am Standort Zoo. Hier sollte mit dem Geld der Ökostromkunden ein neues Rad gebaut werden. " Bisher haben wir ausschließlich in Solarenergie investiert. Eine Windkraftanlage wäre da mal interessant" , sagt Vertriebsleiter Klaus Siedhoff. Sogar ein konkretes Angebot eines Herstellers habe man schon eingeholt, doch die Stadt habe deutlich gemacht, dass sie andere Pläne habe.

Die jedoch stecken noch in den Kinderschuhen. Da ist der Zoo, der sich die Möglichkeit offen halten will, sein Areal zu vergrößern. Eventuell soll auch ein europaweit einzigartiges Bodenkommunikationszentrum seine Heimat am Schölerberg finden. Damit das bezahlbar wird, wäre eine Finanzspritze der EU fast unabdingbar. Die Entscheidung darüber kann nach Auskunft von Patricia Mersinger, Leiterin des städtischen Referats für Stadtentwicklung, in einem Monat oder auch erst in ein paar Jahren fallen.

Klar ist nur, in allen Planungen spielt die jetzige " Windruine" keine Rolle mehr. Nur Andre Gehrke hat noch eine letzte rettende Idee für den Oldtimer: Warum nicht als Anschauungsobjekt für die rasante Entwicklung in der Windenergie stehen lassen?

SELBST BEI ORKANBOEN steht er still: Der Windgenerator am Schölerberg hat einen Getriebeschaden und soll nun verschrottet werden. Foto: Michael Hehmann
Autor:
Hauke Petersen


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