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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Anwohner sind sauer: Lieber keine Wand als diese
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Ist der geplante Lärmschutz an der Autobahn in Atterfeld ausreichend? - Behörde: Schall wird ordentlich reduziert
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Originaltext:
Anwohner sind sauer: Lieber keine Wand als diese

Ist der geplante Lärmschutz an der Autobahn in Atterfeld ausreichend? - Behörde: Schall wird ordentlich reduziert

Osnabrück 20 Jahre haben die Atterfelder auf eine Lärmschutzwand gewartet. Nun soll sie kommen, doch auf einmal regt sich Widerstand: " Lieber gar keine Wand als diese", hieß es nicht nur einmal beim Diskussionsabendzum Thema Lärmschutz. Der Einladung des Bürgerforums Atter für Umwelt und Soziales waren rund 20 unmittelbare Anwohner der lärmenden Autobahn gefolgt. Gemeinsam schmiedeten sie Pläne für ihr weiteres Vorgehen.

Der Status quo ist folgender: Die Gebäude westlich der Autobahn 1 schützt seit kurzem eine Lärmschutzwand vor lästigen Immissionen. Nach dem Plan des Straßenbauamts soll in diesem Jahr die östliche Wand folgen. Was nun die Atterfelder auf den Plan bringt: Denn die neue Wand soll nicht so hoch werden, wie die an der Westseite schon ist.

Angst: Lärm prallt Richtung Häuser ab

In der Praxis - so befürchten die Atterfelder - würde die geplante Wand sogar noch mehr Lärm in ihre Siedlung tragen, als wenn gar keine Wände aufgestellt worden wären. So pralle der Lärm nämlich an der westlichen Wand ab, schwebe über die (zu kleine) östliche hinweg und senke sich auf ihre Häuser.

Forderung: Beide Wände gleich hoch

So einfach sei das aber nicht, wiegelt Straßenbauamtsleiter Cord Lüesse ab. " Schall ist eine komplexe Sache." Die Reflexionen sind seiner Ansicht nach zu vernachlässigen. Schließlich seien die geplanten Wände das Beste, was auf dem Markt ist. Prädikat: hoch absorbierend. Das heißt, die Wände reduzieren den Schall, der auf ihre Oberfläche trifft, um mindestens acht Dezibel. Zum Verständnis: Schon drei Dezibel mehr empfindet das menschliche Ohr als Verdoppelung des Lärms.

Doch was nützt das alles, wenn die Wände nicht hoch genug sind und der Schall über sie hinwegweht? CDU-Ratsmitglied Joachim Tegeler will sich nun dafür einsetzen, dass die östliche Wand genauso hoch wird wie die westliche. Doch an den Plänen ließe sich kaum mehr rütteln, sagt Lüesse. " Das ist im Planfeststellungsbeschluss so festgelegt." An den müsse sich seine Behörde halten, weil er rechtskräftig, also unangreifbar sei. Das wissen auch die Mitglieder des Bürgerforums, wollen aber anwaltlich prüfen lassen, ob sie den Beschluss doch noch juristisch zu Fall bringen können.

Hoffnungen auf einen Formfehler wurden beim Treffen laut, weil der Beschluss nachträglich geändert worden sei, ohne ihn - was zwingend vorgeschrieben wäre - danach noch einmal öffentlich auszuhängen. Doch Lüesse verneint: Die vollzogenen Änderungen seien bereits im Beschluss enthalten.

Die einzige Möglichkeit sieht er darin, dass die Anrainer die zusätzlichen Meter aus eigener Tasche finanzieren. Auch das wurde jetzt im Forum diskutiert. " Mein Grundstück ist sonst nichts mehr wert", zeigt sich Walter Gröttrup gesprächsbereit. Vielleicht streicht er den Gedanken aber ganz schnell wieder, wenn er Lüesses Prognose hört: Der beziffert die Mehrkosten auf einen sechsstelligen Betrag.

DAS IST DAS ÄRGERNIS: Von der hohen Wand könnte der Lärm abprallen - direkt in die Siedlung auf der anderen Seite der Autobann. Das befürchten zumindest die Anwohner.

DA VERSTEHT MAN SEIN EIGENES WORT NICHT MEHR. Zehntausende von Fahrzeugen passieren pro Tag die A1 bei Osnabrück. Auf der Westseite steht bereits die neue Lärmschutzwand. Nun ist die andere Seite an der Reihe, und da wollen die Anwohner noch ein Wörtchen mitreden. Fotos: Jörn Martens
Autor:
hpet


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