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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Hochspannung: Die Gutachter sind "alte Bekannte"
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Erdkabel oder Freileitung: Stadt einigt sich mit RWE auf ein Gutachten, aber die Initiative zweifelt Unabhängigkeit an
Artikel:
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Originaltext:
Hochspannung: Die Gutachter sind " alte Bekannte"

Erdkabel oder Freileitung: Stadt einigt sich mit RWE auf ein Gutachten, aber die Initiative zweifelt Unabhängigkeit an

Widukindland

Ob Erdkabel oder Freileitung, das soll jetzt doch in einem Gutachten geklärt werden. Darauf hat sich die Stadt mit dem RWE geeinigt. Bei den Gutachtern handelt es sich allerdings um " alte Bekannte": Sie haben schon in einer Expertise vom Mai 2005 einer Freileitung den Vorzug gegenüber einem Erdkabel gegeben, das von Kommunen, Parteien und der Initiative Hochspannung gefordert wird.

Über die Entscheidung sind die betroffenen Bürger, die das Vorhaben seit Jahren kritisch begleiten, enttäuscht. Das " kleine Problem", so Sprecher Helmut Körte: Trotz gegenteiliger Absprachen sei die Initiative an den Gesprächen zwischen Stadt und RWE nicht beteiligt worden. Das " große Problem": Die nun bestellten Gutachter hatten auch die letzte Expertise erstellt und waren in der Vergangenheit schon mehrfach für den Energiekonzern tätig.

So befürchtet Körte, dass das Ergebnis der " unabhängigen" Fachleute, die nun ihre eigenen Ergebnisse überprüfen, bereits feststeht und die Kritikpunkte der Bürger nicht berücksichtigt werden. Verärgert sind die Bürger auch über die Stadt: Die hatte sich bislang den Argumenten der Anlieger angeschlossen und ebenfalls für die Erdverkabelung plädiert. Doch nun wurde die Initiative nicht von der Verwaltung über die Gespräche informiert, sondern als " Fair Play" von Rolf Rockitt, Amtsleiter der Landesbehörde. Zudem empfahl der Verwaltungsausschuss in einer nichtöffentlichen Sitzung, die von der RWE vorgeschlagenen Gutachter zu benennen, um die Kritikpunkte zu überprüfen.

Der Versuch von Helmut Körte, Energiekonzern und Stadt von einem neuen Gutachter zu überzeugen, ist offenkundig gescheitert: Das RWE hat sich dagegen ausgesprochen, von der Stadtverwaltung liegt ihm noch keine Stellungnahme vor.

Auf das jüngste Gutachten vom Mai 2005 hatten die Bürger mit einer Reihe von Eingaben reagiert und auch selbst Experten beauftragt, die Alternativtrassen ausgearbeitet hatten. So bezweifelt die Bürgerinitiative, gestützt auf die Meinung von Fachleuten, dass eine Freileitung nennenswerte wirtschaftliche Vorteile gegenüber einer Erdverkabelung biete.

Die Gutachter des RWE hätten überdies Ergebnisse aus einer Untersuchung vom Ende der neunziger Jahre übernommen, obwohl sich zwischenzeitlich einiges geändert habe: So würden bestimmte Gebiete immer noch als Agrarland ausgewiesen, obwohl diese mittlerweile in schutzwürdigere renaturierte Flächen umgewandelt worden seien, gibt die Initiative zu bedenken.

DURCH DIE LUFT ODER DURCH DIE ERDE? Ein Gutachten soll klären, wie der Strom von Lüstringen zum Umspannwerk an der Baumstraße (Foto) kommt. Foto: Gert Westdörp
Autor:
Henning Müller-Detert


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