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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Weniger Baugrundstücke, Proteste bleiben
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Zum Himmelreich: Anwohner finden es unzumutbar, in der Nähe der Autobahn zu bauen
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Weniger Baugrundstücke, Proteste bleiben

Zum Himmelreich: Anwohner finden es unzumutbar, in der Nähe der Autobahn zu bauen

Nahne

Die Stadt hat die Pläne für ein Wohngebiet an der Straße Zum Himmelreich modifiziert und die Zahl der Grundstücke gesenkt. Bei den Anwohnern stößt sie damit auch weiterhin nicht auf Gegenliebe. Ihr Urteil: Schon wegen der Lärmbelastung durch die A30 gebe es keinen Bedarf für die Bebauung.

Ein schlechtes Beispiel sehen die Anwohner im Baugebiet Am Mühlenkamp in Voxtrup, das an der A33 liegt und kaum nachgefragt werde: " Mit schlechter Wohnqualität kann man die Einwohnerzahl nicht halten", sagt Ulrich Westermann zu den Plänen und ergänzt: " Die Verwaltungsvorlage bietet selbst die besten Argumente gegen die Bebauung."

Dort wird eingeräumt, dass auch mit einem bis zu zehn Meter hohen Wall die Grenzwerte nicht vollständig eingehalten werden können. Die Anwohner haben mittlerweile selbst mit einem Lärmpegelmessgerät die Belastung überprüft. Ihr Ergebnis: Schon bei " normalem Westwind" würden die Grenzwerte von 55 Dezibel tagsüber zum Teil deutlich überschritten. Und da in den kommenden Jahren der Schwerverkehr noch zunehmen werde, sei bei der Lärmentwicklung noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. " Eine Erhöhung von drei bis fünf Dezibel wird vom menschlichen Ohr als Verdoppelung wahrgenommen", erläutert Westermann die Belastung.

Auch der Wall habe nur begrenzten Wert, sagt Udo Lücker: Die Fußgängerbrücke über die A 30 sei für den Lärm ein " riesengroßes Scheunentor". Darüber hinaus werde nur direkt hinter der geplanten Lärmschutzeinrichtung die Belastung reduziert, zumal das Baugebiet im hinteren östlichen Bereich um 15 Meter ansteige. Umso unverständlicher für die Anwohner, dass das Baugebiet vor allem Familien ansprechen soll. Im Orts- und Stadtrat haben die Nahner aber noch weitere Kritikpunkte vorgetragen: Die Hochspannungsleitungen über dem Baugebiet könnten nach jüngsten Untersuchungen die Gefahr für Leukämieerkrankungen erhöhen. Dazu komme der zusätzliche Verkehr über die Frankfurter Heerstraße in das Baugebiet. Gerade in der Straße Zum Himmelreich wohnten viele Kinder, verweist Irene Koerfer auf die damit verbundenen Gefahren. Aber: " Auf keines unserer Argumente ist eingegangen worden", klagt Gerhard Rauch. Die Bürger erwägen nun rechtliche Schritte gegen die Pläne, zumal einige von ihnen bei dem geplanten Ausbau von Frankfurter Heerstraße und Zum Himmelreich zur Kasse gebeten würden.

Der Bebauungsplan " Zum Himmelreich" liegt bis zum 3. Februar öffentlich aus (zu sehen im Fachbereich Städtebau, Dominikanerkloster, Hasemauer 1 oder unter www.osnabrueck.de).

St. Florian im Himmelreich

Unzumutbar für wen?

Von R. Lahmann-Lammert

Wie selbstlos, möchte man da meinen. Da sorgen sich Anwohner der Straße Zum Himmelreich um die Lärmbelästigung ihrer künftigen Nachbarn. Unzumutbar, hierzu bauen, lautet das Fazit. Diese Fürsorge klingt verdächtigt nach St. Florian, und der Heilige mag an diesem Ort ja nicht allzu fern sein. Wo immer Alteingesessene verhindern wollen, dass jemand ihre Straße mitbenutzt oder ihren Blick aufs vertraute Grün verbaut, werden Argumente herangezogen, die pharisäerhaft anmuten. Sehr beliebt ist auch die Drohung mit rechtlichen Schritten. Doch die ziehen nur, wenn die Stadt einen Formfehler begeht. Ob an einer Stelle gebaut wird oder nicht, ist aber keine juristische, sondern eine politische Frage. Planer und Politiker sollen abwägen und ihre Entscheidungen zum Wohle der gesamten Stadt treffen. Auch wenn das den Interessen Einzelner zuwider läuft.

ZU LAUT FÜR EIN WOHNGEBIET: So lautet das Urteil der Anwohner vom Himmelreich, hier mit einem Lärmmessgerät. Foto: Lindemann
Autor:
hmd


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